Daimler setzt auf Neuheiten

Daimler ist mit seinem ersten Halbjahr zufrieden. Bei Absatz und Umsatz kam es zu einem kräftigen Wachstum. Allerdings konnte dies nicht in Gewinn umgewandelt werden. Die Aussichten sind dennoch gut.

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Zwei Mitarbeiter bei der A-Klasse-Fertigung in Daimler-Werk in Rastatt: Auch der Stuttgarter Autobauer spürt die Schuldenkrise. Zwar stieg die Zahl die verkauften Fahrzeuge, doch der Gewinn gab deutlich nach. Foto: afp

Ein wenig ist Dieter Zetsche die Freudeüber die Frage anzumerken. Ob es denn zu der in den vergangenen Wochen spekulierten Gewinnwarnung beim Autobauer kommt?, wollte ein Journalist bei der Telefonkonferenz zum zweiten Geschäftsquartal vom Daimler-Chef wissen."Für das zweite Quartal war diese Spekulation ja wohl falsch und für das dritte Quartal hätten wir sie heute geben müssen", antwortete Zetsche.

Daimler konnte von April bis Juni mit 570 300 Fahrzeugen sogar 8 Prozent mehr verkaufen als im Vorjahreszeitraum und den Umsatz um 10 Prozent auf fast 29 Mrd. EUR steigern. Allerdings ging der Gewinn deutlich um 11 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR zurück. Damit war aber sowohl die Gewinnwarnung vom Tisch als auch die Befürchtungen einer Rücknahme der Prognose fürs Gesamtjahr: 2011hatte Daimler operativ knapp 9 Mrd. EUR verdient. Die Börse reagierte im Anschluss an die veröffentlichten Zahlen mit Erleichterung - die Aktie setzte sich an dieSpitze im Dax.

Gut verkauft haben sich im ersten Halbjahr vor allem die G- und GLK-Modelle."Von Herbst an kommen GL, CS Shooting Brake und die neue A-Klasse hinzu", begründete Zetsche seinen Optimismus. Für die A-Klasse gebe es bereits mehr als 40 000 Vorbestellungen. Bis auf die Bussparte rechnet der Konzern mit Ergebnissen mindestens auf Vorjahresniveau.

Dennoch bekamen die Untertürkheimer auch Blessuren ab. In den beiden Kernsparten Pkw und Lkw schmolz die Rendite. Ein laut Presseerklärung"partiell ungünstigerer Modell-Mix" bei Pkw, zurückgehende Märkte und Investitionen in neue Produkte, Technologien und Werke ließen den Gewinn einbrechen, heißt es zur Begründung."Wir haben immer gesagt, 2012 ist einÜbergangsjahr mit großen Herausforderungen. Diese sind nicht kleiner geworden, da muss man nur die Zeitung aufschlagen", sagte der Daimler-Vorstandschef. Die Konjunktur sei in beinahe allen Regionen von Unsicherheiten und Risiken geprägt.

Die Bus-Sparte bleibt das Sorgenkind des Konzerns mit einem Umsatzrückgang von 13 Prozent auf rund 1 Mrd. EUR. Die Märkte sind vor allem in Lateinamerika schwach. Allerdings kommen von dort auch erste positive Zeichen: Brasilien bestellte in den vergangenen Wochen wieder mehr Busse.

Zetscheübte auch Selbstkritik. Auf die im Vergleich zu Konkurrenten BMW und Audi angesprochenen schwachen Verkäufe in China sagte er:"Wir haben sehr viel später als BMW und Audi lokale Initiativen gestartet." Dazu kamen Versorgungsschwierigkeiten am Jahresanfang. Zwei Vertriebswege sollen nun zusammengeführt werden. Auch beim Marketing und den Händlern auf dem wohl wichtigsten Automarkt der Welt werde sich etwas ändern."Wir sind dabei, Maßnahmen umzusetzen, wollen aber über das Ergebnis nicht spekulieren", sagte der Konzern-Lenker.

Auf den geplanten Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS angesprochen, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber:"Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen." Wie geplant, solle dies bis Jahresende erfolgen.

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