Daimler in der Erfolgsspur

Die Daimler-Aktionäre sind mit dem Automobilkonzern wieder deutlich zufriedener: Neue Modelle und Kosteneinsparungen sorgen für wachsende Gewinne. Das soll auch in den nächsten Jahren so bleiben.

|
Rund 5000 Aktionäre waren wieder zur Hauptversammlung von Daimler ins Berliner ICC gekommen. Foto: dpa

Daimler ist zurück auf der Erfolgsspur, loben die Aktionäre. "Es fängt an, Spaß zu machen, dieses Unternehmen zu begleiten", sprach Lars Labriga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger auf der Hauptversammlung in Berlin vielen aus der Seele. Selbst notorische Nörgler fänden keinen Grund zum Klagen, ergänzte eine Aktionärsvertreterin. Nach schwierigen Jahren hat der Stuttgarter Autobauer wieder deutlich an Fahrt gewonnen, und Konzernchef Dieter Zetsche hat sich vorgenommen, das Tempo noch zu steigern.

Der Daimler-Chef ging gleich zu Beginn in die Offensive und dankte den Aktionären ausdrücklich "für Ihr Vertrauen in unsere langfristige Strategie". Denn bei einem Autobauer geht es nicht ohne langen Atem: Bis neue Modelle und Technologien entwickelt sind, dauert es Jahre. Das war auch das Eingeständnis, dass zeitweise zu wenig investiert wurde. Für die Folgen, nämlich schlechte Absatz- und Umsatzzahlen, bekam der Konzernchef in den vergangenen Jahren Prügel. Erst jetzt erfährt er wieder viel Lob.

Trotzdem versuchte er nicht, 2013 zu einem "makellosen Erfolgsjahr" zu verklären. Das neue Jahr soll noch deutlich besser werden: Bis Ende März steigerte die Pkw-Sparte Mercedes-Benz ihren Absatz weltweit um 14 Prozent, in China sogar um mehr als 50 Prozent. Von der neuen S-Klasse wurden von Januar bis März fast 25 000 Exemplare ausgeliefert, mehr als von Audi A8 und BMW 7er zusammen, erfreute Zetsche die Aktionäre. Die Lkw-Sparte steigerte ihre Verkäufe um 7 Prozent, die Bussparte um 11 Prozent.

Im ganzen Jahr sollen das Pkw- und das Nutzfahrzeuggeschäft deutlich, die Busse immerhin etwas mehr Gewinn abwerfen; der Finanzbereich hat bereits das gesteckte Ziel einer Eigenkapital-Rendite von 17 Prozent erreicht. Neben der Produktoffensive würden auch die laufenden Effizienzprogramme ihren Teil zu einem höheren Gewinn beisteuern. Bis Ende 2014 sollen sie insgesamt 3,6 Mrd. EUR einsparen; im vergangenen Jahr wurden bereits 1,3 Mrd. EUR erreicht. "Die Erntezeit hat gerade erst angefangen", gab sich Zetsche offensiv. Das Unternehmen "kann noch viel mehr", und die Aufbruchstimmung sei "fast mit Händen zu greifen".

Daimler will verstärkt in neuen Segmenten aktiv werden. Zetsche zeigte den Aktionären schon mal ein Foto des Prototypen eines Geländewagen-Coupés, das in zwei Wochen in Peking präsentiert werden soll. Der neue Smart als Zwei- und Viersitzer, der im Sommer vorgestellt wird, blieb allerdings noch verhüllt. Er wird zusammen mit Renault-Nissan entwickelt. "Allein bis 2020 folgen 12 komplett neue Fahrzeuge, die keinen Vorgänger haben", versprach Zetsche.

Stark setzt Daimler auf den Wachstumsmarkt China, wo am Ostersonntag ein Elektroauto für den heimischen Markt vorgestellt werden soll. Die Autos mit Verbrennungsmotor dürften weniger Treibstoff schlucken: 2016 soll die Flotte nur noch 125 Gramm CO2 ausstoßen und mit 5 Liter auf 100 Kilometern auskommen. Neue Kunden erhofft sich der Konzern von Dienstleistungen, die er von Juli an unter der Marke "Mercedes me" anbietet.

Bei allem Lob musste sich Zetsche von einigen Aktionären Kritik anhören, weil er nicht nur den Konzern leitet, sondern mit der Mercedes-Pkw auch die wichtigste Sparte. Zwei Schlüsselfunktionen seien für einen Manager zu viel. Aufsichtsratschef Manfred Bischoff verteidigte ihn: Daimler habe sich auf das Kerngeschäft Auto konzentriert. Daher sei es gut, dass Zetsche auch operativ tätig sei, zumal das Pkw-Geschäft für 70 Prozent aller Fragen von Investoren sorge. Auch andere Autobauer wie VW, Renault und Fiat seien so organisiert, "nicht aus Jux und Tollerei".

Das ICC wird zugesperrt

Kommentar: Der Lohn für gute Nerven
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ratiopharm Ulm gegen Oldenburg: Im Norden nichts Neues

Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm steckt weiter in der Krise. Die Schwaben verloren bei den EWE Baskets Oldenburg mit 83:94 und kassierten die fünfte Niederlage im sechsten Spiel. weiter lesen