Bundesbürger wollen zu Weihnachten so viel ausgeben wie noch nie

Die Erwartungen im Handel an das Weihnachtsgeschäft sind hoch. Laut einer Umfrage werden die Bundesbürger 447 Euro im Schnitt für Spiele, Schmuck oder Technik in den Läden liegen lassen.

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    So stellen sich die Einzelhändler das Weihnachtsgeschäft vor: Drangvolle Enge wie im Magdeburger Einkaufszentrum "Allee Center". Foto: 
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Vor Weihnachten ist die Welt für den Einzelhandel in Deutschlands Innenstädten noch in Ordnung. Das Einkaufserlebnis zwischen Glühweinständen und Tannenbäumen lassen sich die Deutschen auch in Zeiten des Internets nicht nehmen. Einkaufszentren, Fachgeschäfte und Warenhäuser in der Stadt rangieren in der Gunst der Kunden vor Online-Bestellungen, ergab eine Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Die beste Nachricht für den Handel aber lautet in diesem Jahr: Das Geld sitzt locker. 447 EUR wollen die Deutschen im Schnitt für Weihnachtsgeschenke ausgeben, so viel wie nie zuvor, ergab die HDE-Umfrage unter rund 38.000 Käufern. 2013 waren es rund 397 EUR.

Das Weihnachtsgeschäft könnte damit nach der Prognose des Handelsverbands 85,5 Mrd. EUR schwer werden und das Vorjahr um 1 Mrd. überflügeln. "Robustes Verbrauchervertrauen" nennt das HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Die Lage sei günstig - der Arbeitsmarkt stabil, die Einkommen leicht gestiegen. Und Sparen nutze bei Mini-Zinsen auch wenig, ergänzt Oliver Gansser von der Hochschule für Oekonomie & Management in München, die die Umfrage durchführte.

Fast ein Viertel der Deutschen will dieses Jahr für Weihnachtsgeschenke mehr ausgeben als früher, rund ein Fünftel weniger. Mehr als die Hälfte der Käufer (57,9 Prozent) bleibt beim bisherigen Budget. Dabei gibt es regional durchaus Unterschiede. Mit einem Spitzenwert von 506 EUR für Weihnachtsgeschenke sind die Bayern besonders großzügig, die Berliner mit 409 EUR dagegen am knauserigsten.

Auch die soziale und private Situation spiegelt sich in den Gaben. Alleinerziehende und Singles ohne Kinder investieren unterdurchschnittlich in Geschenke. An der Spitze liegen dagegen Paare mit Kindern, auch wenn diese nicht mehr zu Hause wohnen. In der höchsten Gunst der Schenkenden steht aber der Lebenspartner, so die Umfrage. Fast drei Viertel der Befragten wollen ihn oder sie bedenken. Die Mehrzahl der sonstigen Gaben geht an Eltern, Kinder oder andere Verwandte. Fast die Hälfte beschenkt Freunde, jeder zehnte macht auch Arbeitskollegen eine Freude. Fast 8 Prozent spenden an soziale Träger.

Traditionell erzielen die Läden im Land vor dem Fest bis zu einem Fünftel ihres Jahresumsatzes, hat der HDE errechnet. Spielwaren, Bücher, Uhren, Schmuck, Unterhaltungselektronik und Kosmetika stehen dabei ganz oben. Bei Kleidung und Schuhen muss auch das Wetter mitspielen.

Der ungewöhnliche warme Oktober und November lässt die Branche zur Zeit nicht gerade glücklich aussehen. Kälte sei besser fürs Geschäft. Und auch weitere Bahnstreiks am Wochenende könnten Kunden vergraulen, fürchtet der Verband.

Ein Grundproblem für die Innenstadt-Geschäfte ist mit der wachsenden Kauflust jedoch noch nicht gelöst. Der Kuchen muss mit der Online-Welt geteilt werden. Mit 10 Mrd. EUR wird das Weihnachtsgeschäft dort zu Buche schlagen nach 8,5 Mrd. EUR im Vorjahr, so die Prognose - bei einem Gesamtumsatz von 39 Mrd. EUR im laufenden Jahr. Damit werde jenseits des Lebensmittel-Bereichs bereits jeder fünfte Euro über das Internet umgesetzt, berichtet Sanktjohanser.

Von den Bestellungen im Netz profitieren aber längst nicht alle Händler. Bisher ist laut HDE erst rund ein Drittel der Läden auch online für seine Kunde da, besonders häufig sind es große Ketten; eher selten das kleine Fachgeschäft, das der Inhaber selbst führt.

Jenseits der Weihnachtsfreude rechnet der Verband beim Fachhandel unverändert mit einen Ladensterben: Bis 2020 könnten bundesweit 50.000 Händler-Standorte vom Markt verschwinden.

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