Branche vermisst Rückenwind

Windparks an beziehungsweise vor den Küsten gelten als ideale Ökostrom-Erzeuger. Doch die Offshore-Unternehmen fühlen sich in ihren Bemühungen von der Bundesregierung im Stich gelassen.

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Windkrafträder des Windenergieparks Bard Offshore 1 ungefähr 100 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum (Niedersachsen). Foto: dpa

Die fünf norddeutschen Bundesländer fordern von der Bundesregierung schnelles Handeln zur Rettung von Investitionen und Arbeitsplätzen in der Offshore-Branche. Gemeinsam mit Unternehmen und der Gewerkschaft IG Metall haben sie gestern den "Cuxhavener Appell" zur Offshore-Industrie unterschrieben. Für die Projekte bis 2020 müsse Sicherheit über die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz geschaffen werden, heißt es darin.

Windparks auf See wird ein großes Potenzial bei der Erzeugung von Ökostrom zugeschrieben. Der Wind vor den Küsten weht beständig und kann von den großen Windrädern auch effektiv genutzt werden. Parallel zu den Plattformen im Meer entstand an küstennahen Standorten eine Offshore-Industrie, die Planung, Bau und Versorgung der Windparks sichert.

Die Bundesregierung will, dass bis zum Jahr 2020 Windmühlen mit zusammen 10 000 Megawatt Leistung im Meer stehen. Doch die Industrie hat viele Projekte auf Eis gelegt, weil es Probleme mit den Netzanschlüssen gibt. Auch besteht Verunsicherung über die wirtschaftlichen Grundlagen - und das angesichts hoher Investitionskosten.

Gerade wurde der Nordsee-Windpark "Riffgat" fertig gebaut, doch weil die Leitung zum Land nicht vor dem nächsten Frühjahr fertig wird, gibt es jetzt Millionenverluste.

Mehrere Nordsee-Windparks sind im Bau, zwei bereits fertig. Gestern Nachmittag wurde der Windpark Bard Offshore 1 nordwestlich von Borkum offiziell eröffnet. Die 80 Anlagen mit 400 Megawatt Leistung können 400 000 Haushalte mit Strom versorgen.

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Kommentare

27.08.2013 22:12 Uhr

Ergänzung zu „Nordsee-Windrädchen: Irrsinn gebiert Irrsinn”

Und wer wohl verdient wirklich dicke durch die EEG-Gelder? Die Ökostrom-Lobbyisten (wie überraschend!):

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiepolitik/energiewende-die-oekostrom-lobbyisten-12542650.html

Was sagen Fachleute zum EEG? "Das EEG solten wir abschaffen":

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/solar-und-windstrom-energieagentur-fordert-ende-der-sonderfoerderung/8695410.html

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27.08.2013 21:04 Uhr

Nordsee-Windrädchen: Irrsinn gebiert Irrsinn

Wie hungrige Kleinkinder schreien die Nordländer: "ich will mehr, ich will mehr".
Und wovon? Natürlich noch üppigere EEG-Gelder, die heute schon viel zu hoch sind, und die als Zwangsabgabe von den kleinen Stromkunden eingetrieben wird.
Unabhängigen Energie-Fachleuten und auch den Verbraucherschützern ist dabei schon lange klar, dass die deutschen Offshore-Windmühlen viel zu teuer und problembehaftet sind und nicht wirtschaftlich zu betreiben sind, auch nicht in Zukunft:

http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/Offshore-Windkraft-Technologischer-Irrlaeufer;art5583,2052229

Aber Fakten haben Subventions-Junkies noch nie interessiert. Sie brauchen Drogen-Nachschub!

Zitat: "Doch die Offshore-Unternehmen fühlen sich in ihren Bemühungen von der Bundesregierung im Stich gelassen."
Schön wäre es, je früher dieser Multimillionen-Irsinn von weiteren und dann noch höheren Subventionen abgeschnitten wird, um so besser.
Es ist NICHT Aufgabe der Bundespolitik, ein paar Großunternehmen und "Heuschrecken" oder gar ein paar Länderkassen mit dem Geld der Stromkunden auszustopfen.

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