Börsengang für Leuchten-Spezialist Osram abgeblasen

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Der Osram-Börsengang, den Siemens für Herbst geplant hatte, ist abgeblasen. Zum zweiten Mal seit der Ankündigung im März 2011 durchkreuzten schwache Finanzmärkte die Absicht des Elektrokonzerns, die vor großen Umwälzungen stehende Lichtsparte mit Gewinn zu verkaufen. Jetzt will Vorstandschef Peter Löscher die Osram-Aktien einfach direkt an die Siemens-Aktionäre übergeben. Die können sie behalten oder selbst nach Belieben an der Börse verkaufen - Siemens ist das Problem los.

Der Konzern setzt nun laut Löscher "klar auf einen Spin-Off, nachdem ein klassischer Börsengang aufgrund der anhaltend schwierigen Situation an den Kapitalmärkten in den nächsten Monaten nicht wahrscheinlich ist." Im Januar soll die Hauptversammlung die Ausgliederung genehmigen, dann soll im Frühjahr 2013 der Börsengang vollzogen werden.

Osram hat 2011 mit 40 000 Mitarbeitern rund 5 Mrd. Euro Umsatz und 400 Mio. Euro Betriebsgewinn gemacht. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen noch knapp 10 000 Mitarbeiter, ist aber dabei, bis zum Jahr 2014 rund 1000 Stellen zu streichen. Im letzten Quartal stieg der Umsatz nur aufgrund der Euroschwäche.

Wegen der Planänderung beim Börsengang musste Osram Abschreibungen nachbuchen und rutschte in die roten Zahlen: 351 Mio. Euro Verlust standen unter dem Strich, nach 56 Mio. Euro Gewinn im Vorjahresquartal.

Osram steht wie der ganze Lichtmarkt vor einem technologischen Umbruch. Glühbirne und Energiesparlampe werden von LED-Leuchten abgelöst, asiatische Halbleiterkonzerne sind harte Konkurrenten. Der Umbau erfordert von Osram enorme Investitionen. dpa

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