Biene Maja, die Drei ??? und die Fischertechnik Kugelbahn auf der Spielwarenmesse

Biene Maja, die Drei ??? und die Fischertechnik Kugelbahn: Viele alte Bekannte sieht man wieder auf der Neuheitenschau der Spielwarenmesse. Manches funktioniert nun digital. Anderes bleibt einfach klassisch.

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Das Kinderzimmer bleibt analog: Hier knetet Moderatorin Enie van de Meiklokjes mit Fimo. Die neue Playmobil-Ritterburg soll die Fantasie anregen.  Foto: 

Louis tun so langsam die Arme weh. Immer wieder muss der kleine Junge vormachen, wie das neue Fahrzeug "Robotics Txt" von Fischertechnik aus Waldachtal zu bedienen ist. Über seinem Kopf hängt ein Bildschirm mit Feldern. Wenn Louis seinen Arm hebt und in ein Feld winkt, bewegt sich das futuristisch wirkende Fahrzeug in die entsprechende Richtung. Wenn er das richtig gut macht, schiebt es dabei sogar einen kleinen orangeroten Ball vor sich her in Richtung eines Tores. Die technische Version von Fußball, selbst gebaut und programmiert.

Ein Motto der Messe ist diesem Jahr ist fit4life - Fit fürs Leben. Wie hilft das neue Fahrzeug dabei? "Es macht früh mit Technik vertraut", sagt Hartmut Knecht, Leiter Entwicklung und Produktion bei Fischertechnik. An der Wand hinter dem Fahrroboter steht der Klassiker: die Kugelbahn. Auch im vergangenen Jahr der Verkaufsschlager, wie Knecht verrät. Nun wird die Bahn noch größer und bekommt ein paar neue Finessen.

Das Nebeneinander von vernetzten Spielmöglichkeiten und der Schlichtheit der Klassiker macht diese Neuheitenschau aus. Einige Hersteller wenden sich bewusst gegen die Digitalisierung - wie Playmobil. Eine große Ritterburg ist aufgebaut, bunter und vielfältiger als noch vor ein paar Jahren, mit neuen Falltüren und einem Rittersaal, der von hinten offen ist. Kein QR-Code zum Einscannen mit dem Smartphone ist in Sicht. "Es ist wichtig, dass die Kinder weiterhin ihre eigenen Geschichten entwickeln und nicht nur konsumieren", sagt Pressesprecherin Judith Weingart. Auch das mache fit fürs Leben. Elektronische Zugaben wie ein Sirenengeräusch oder Beleuchtung gibt es nur, "wenn das noch mehr Atmosphäre schafft" - beim neuen Rummelplatz-Setting zum Beispiel.

Es gibt den Trend zu Bescheidenheit, trotz schwirrender Hubschrauber und Drohnen in der Halle, trotz neuer Laserspiele wie "Laser Maze" von HCM Kinzel aus Zaberfeld, bei dem man einen Laserstrahl mit kleinen Spiegeln in ein Ziel lenken muss, und digitalisierten ferngesteuerten Fahrzeugen.

Auch Schleich aus Schwäbisch Gmünd versucht sich an diesem Spagat. Engagiert stellt Geschäftsführer Thomas van Kaldenkerken den neuen Pferdestall aus Hartplastik vor - inklusive Stroh und Karotten zum Pferdefüttern. "Ein Sprungbrett für die Fantasie" nennt er die Plastikwelten. Und schwärmt vom Nutzen für das Sozialverhalten von Kindern, die starre Situationen zum Leben erwecken. Fit4Life eben. Auf die Frage nach der Digitalisierung bleibt er vage. In diesem Jahr werde etwas entwickelt. Neben einer Scheune mit Geräuschen soll es Internet-Zusatzfunktionen geben.

Es geht aber noch ganz ohne Internet. An einem Stand knetet Moderatorin Enie van de Meiklokjes versonnen vor sich hin. Fimo, der Knet-Klassiker, ist weicher geworden und hinterlässt weniger Farbe auf den Fingern. Außerdem gibt es detaillierte Päckchen mit Anleitungen, wie ein Ritter geknetet werden kann. Und natürlich macht auch das die Kleinen fit fürs Leben: "Kneten ist ein kreativer Prozess, der die Feinmotorik und das räumliche Denken schult", sagt Staedtler-Marketingleiter Nils Henssen.

Inwiefern ein Prinzessinnen-Dasein aufs Leben vorbereitet, bleibt dagegen offen. Es trieben sich gleich mehrere Prinzessinnen herum, sogar eine echte: Maja Prinzessin von Hohenzollern stellte ihre Spielzeug-Kollektion "für kleine Prinzessinnen" vor - ein Traum in Pink inklusive rosa Baufahrzeuge.

Rosa sind die Fahrzeuge von Märklin nicht, dafür aber digital. So steigen aus dem Nahverkehrs-Dieseltriebwagen künftig auf kleinen Displays Menschen aus den Türen. Und die neuen Loks lassen sich wie von einem Fahrerstand aus lenken. Was das fürs Leben bringt? "Kinder müssen sich Gedanken machen, wie das funktioniert und lernen daraus", sagt Rüdiger Haller, Seminarleiter bei Märklin.

Gar nicht virtuell, sondern im Kleinen feiert die Firma Life Kicker ihre Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft, auf deren kaufkraftsteigernde Wirkung einige Hersteller hoffen. Das neue an diesem alten Spielgerät, das an diesem Tag Ex-Nationalspieler Tim Borowski ausprobiert: die Spielfiguren können versetzt werden. Wer mal fünf Stürmer haben will, riskiert eine Niederlage - aber auch neue Erfahrungen. Fit machen fürs Leben eben.

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