Betrug im Internet nimmt zu

Sicherheit ist wichtig - gerade beim Telefonieren und am Computer: Die Zahl der Betrugsfälle steigt immer noch an. Wir nennen in einer Serie die drohenden Gefahren und geben Tipps zum Schutz.

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Was haben wir denn da? 60 000 Fälle von Internetkriminalität gibt es pro Jahr in Deutschland. Illustration: Getty Images

Das Telefon klingelt. Eine Frau stellt die Frage:"Was halten Sie von Ihrem Hausarzt?" Dann rückt die Anruferin mit ihrem Anliegen heraus, dem Angebot für ein Gesundheitsmittel. Selbst wer jetzt"Nein" sagt und auflegt, bekommt oft das Produkt und saftige Rechnung zugeschickt.

Von Verbraucherschützern registrierte Fälle zeigen: Auch wer kein Internet hat, sich noch immer gegen einen Computer wehrt und allgemein sehr vorsichtig am Telefon ist, kann Opfer von Betrügern werden. Sicherheit und Datenschutz haben heute auch mit Glück zu tun - hoffentlich erwischt es einen nicht. Skepsis undWissen schützt aber: Wer steckt hinter Angriffen? Wo lauern bei Handy, Telefon und Computer die Gefahren? Wie kann man vorbeugen? Was ist zu tun, wenn man dennoch Opfer geworden bin? Wie sicher sind soziale Netze? Wie lassen sich Kinder und Jugendliche am besten schützen? Wir geben in einer SerieAntworten auf diese Fragen.

Wie groß sind die Sicherheitsprobleme?

Groß. Täglich werden weltweit unglaubliche 21 000 infizierte Internetseiten entdeckt, alle zwei Sekunden wird von Experten ein Schadprogramm enttarnt. Im April 2011 bekamen Hacker Zugang zu 100 Mio. Kundendatensätze bei Sony, davon 5 Mio. Deutsche. Einen Monat später wurden 360 000 Kreditkarten-Kontendaten bei der Citibank gestohlen. Die Zahl der erfassten Internetkriminalität ist 2010 laut Bundeskriminalamt um 19 Prozent auf fast 60 000 gestiegen.

Die registrierten Schäden durch Taten wie Computerbetrug, Datendiebstahl und Missbrauch von Zugangsberechtigungen kletterte in diesem Jahr auf 62 Mio. EUR - ein Plus von 66 Prozent. Laut BKA entstand der deutschen Finanzwirtschaft 2010 durch Kreditkartenbetrug ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Das Sicherheitssoftware-Unternehmen Symantec macht weltweit mit 114 Mrd. Dollar einen Schaden auf dem Niveau des illegalen Drogenhandels aus.

Wer steckt hinter den Taten?

Meist kleinere Gruppen, die so an Geld kommen wollen. Virenprogrammierer sitzen vor allem in China, Lateinamerika und Russland, meint der Viren-Jäger Jewgenij Kasperski. Aber auch in Deutschland gibt es Kriminelle, die vermeintlich kostenlose Computerprogramme, Hausaufgabenhilfe oder Gedichte im Internet anbieten und dann das Geld für das unbeabsichtigt abgeschlossene Abo eintreiben lassen. Banden wählen Telefonnummern und versuchen die Angerufenen über den Tisch zu ziehen. Wenn hier nicht richtig reagiert wird, drohen hohe Rechnungen und negative Einträge ins Schufa-Register. Entweder, die Computer-Täter haben es direkt auf Geld abgesehen. Oder sie stehlen Daten, die sie verkaufen."Der Trend geht eindeutig zum Ausspähen persönlicher Daten und Passwörter", weiß der Branchenverband Bitkom.

Warum sind Kommunikationsmittel so unsicher?

Das sind sie nicht. Software-Firmen, E-Mail-Plattform-Betreiber und Computerbauer geben sich Mühe, ihre Geräte und Programme sicherer zu machen. Seit vielen Jahren sind im Internet kostenlose Antiviren-Software für Computer und viele Gratis-Tipps zu erhalten, wie Computer sicherer werden. Aber: Es gibt immer Lücken.

Das weltgrößte Softwareunternehmen Microsoft verschickt jeden Monat ein Software-Paket, das seine Programme sicherer macht. Antiviren-Hersteller bringen ihre Produkte zum Teil mehrfach täglich auf den neuesten Stand. Aber wie bei der Geschichte vom Hase und Igel sind die Kriminellen oft einen Schritt voraus. Dazu kommt, dass viele Nutzer das Thema auf die leichte Schulter nehmen. Drei Viertel der beliebten Internet-Handys Smartphones surfen ungeschützt durchs Netz. Bürger haben Rechte und müssen untergejubelte Waren und ungewollte Verträge nicht akzeptieren. Es ist nur wichtig zu wissen, wie mansich wehrt.

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