Autos wieder der Renner

Die weltweite Autobranche hat ein starkes Jahr hinter sich. Auch der wichtige US-Markt boomt wieder, Asien läuft ohnehin glänzend. Die deutschen Hersteller Daimler und VW fahren Rekordabsätze ein.

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Branchenmesse in Neu Dehli: Auch die Inder rollen für Autos den roten Teppich aus. Foto: dpa

Das weltweite Geschäft der Autobauer brummt. Das führt zu ungewohnten Nachrichten: In Detroit entstehen neue Jobs. Über Jahrzehnte hatten die drei großen US-Konzerne General Motors, Ford und Chrysler immer mehr Werke in der einstigen Hochburg der weltweiten Autoindustrie dichtgemacht. Ganze Landstriche verödeten, in der Innenstadt stehen viele Gebäude leer. Noch heute werden Besucher davor gewarnt, in bestimmte Ecken zu gehen.

Und nun das: Zuletzt verkündete Chrysler, eine dritte Schicht im Werk Jefferson einzuführen. 1100 Leute sollen dort die Diesel-Variante des erfolgreichen Geländewagens Jeep Grand Cherokee produzieren. Die Nachricht kommt gerade einmal zweieinhalb Jahre, nachdem Chrysler und General Motors pleite gegangen sind und nur dank milliardenschwerer Staatshilfe am Ende überlebt haben. Die Zeiten sind jedoch eine gefühlte Ewigkeit vorbei.

In der Autoindustrie herrscht kurz vor der Detroit Auto Show, die am Montag beginnt, gute Stimmung. Auch bei den deutschen Herstellern: VW kündigte gestern an, in China ein weiteres Werk hochziehen zu wollen, BMW erwägt den Neubau einer Fabrik in Brasilien und Daimler wird seinen US-Standort im Bundesstaat Alabama kräftig ausbauen, um dort unter anderem auch die C-Klasse herzustellen. Allerdings ist BMW in den USA an dem Stuttgarter Konzern vorbeigezogen. Der bayrische Hersteller verkaufte 247 900 Oberklasse-Fahrzeuge. Mercedes liegt mit 245 230 Autos knapp dahinter.

Der Aufschwung des US-Automarktes hängt nach Einschätzung von Experten mit der Zurückhaltung der Verbraucher in den vergangenen Jahren zusammen. In der Krise hatten viele Neukäufe aufgeschoben. "Die Kunden müssen ihre Autos nun ersetzen, weil die Wagen alt sind", sagt Ford-Chefvolkswirtin Ellen Hughes-Cromwick.

Zu den größten Gewinnern auf dem US-Markt zählten im vergangenen Jahr VW, Audi, Porsche, Mercedes, BMW und deren Kleinwagen-Tochter Mini. Doch die wirtschaftliche Erholung in den Vereinigten Staaten ist wackelig. Zudem mussten selbst die Premiumhersteller hohe Rabatte gewähren, um die Amerikaner zum Autokauf zu bewegen. Nach Daten des Autoportals Edmunds.com bekam ein BMW-Kunde im Dezember im Schnitt knapp 3700 Dollar Nachlass auf seinen Wagen, bei Mercedes waren es 3200 Dollar. Höhere Rabatte aber bedeuten weniger Gewinn.

Doch Impulse für die Autobauer kommen nicht nur aus den USA und China. Auch der Wachstumsmarkt Indien wird für die deutsche Automobilindustrie immer wichtiger. Während die Branche im vergangenen Jahr Steigerungen von rund 8 Prozent auf mehr als 2,5 Mio. Fahrzeuge verzeichnet habe, hätten deutsche Hersteller ihren Absatz in Indien um 80 Prozent auf mehr als 120 000 Fahrzeuge erhöht, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Klaus Bräunig, gestern bei der Auto Expo in Neu Delhi.

Begann das Autojahr für die Branche bisher immer mit der Auto-Show in der US-Metropole Detroit, so bildet 2012 die Auto-Expo in Neu-Delhi den Auftakt. Die alle zwei Jahre stattfindende Messe findet immer größere Beachtung in der Branche.

Marken wie VW, Audi, Mercedes Benz und BMW hielten 2011 einen Anteil von rund 5 Prozent am indischen Gesamtmarkt, was einer Verdopplung im Vergleich zu 2010 entspreche. Im Premiummarkt sind die Deutschen nach VDA-Angaben führend. Das gute Abschneiden in Asien bescherte Europas größtem Autobauer VW 2011 einen Rekordabsatz von 5,1 Mio. Autos (plus 13,1 Prozent). In China wuchs der Absatz um 13,8 Prozent auf 1,72 Mio. Fahrzeuge, in den USA um 26,3 Prozent auf rund 324 000 und in Indien um 151,0 Prozent auf 76 000, sagte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler. dpa/AP

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