Kaum Wachstum für Automarkt: Finanzlücke bei Dieselfonds

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In vielen Städten werden Grenzwerte beim Ausstoß gefährlicher Stickoxide anhaltend überschritten. Es drohen deshalb gerichtlich erzwungene Diesel-Fahrverbote. Foto: Hendrik Schmidt  Foto: 

Die deutschen Autokonzerne werden in diesem Jahr weltweit so viele Wagen herstellen wie nie zuvor - daheim treibt sie die Dieselkrise weiter um.

Bis Ende Dezember werden voraussichtlich 16,4 Millionen Autos produziert sein, vier Prozent mehr als 2016. Das teilte der Branchenverband VDA an diesem Mittwoch mit. Die Aussichten für 2018 sind gedämpft optimistisch.

Die Dieselkrise hat den Herstellern das Geschäft auch im Deutschland unterm Strich zwar nicht verhagelt. Das vierte Jahre in Folge stieg die inländische Verkaufszahl, zum Jahresende werden es knapp 3,5 Millionen sein. Der Anteil der Dieselautos sank dabei jedoch unter 40 Prozent, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann in Berlin.

Die finanzielle Beteiligung am Dieselfonds für bessere Luft in deutschen Städten bleibt umstritten. Auf die ausländischen Autohersteller wächst der Druck, auch einen Beitrag zu leisten. Es geht um rund 90 Millionen Euro, für die noch kein Geldgeber gefunden ist. Die deutsche Industrie ist nach Angaben Wissmanns bereit, etwa 160 Millionen Euro in den Mobilitätsfonds einzuzahlen.

Die ausländischen Anbieter wollen sich bislang nicht beteiligen. Investitionen für weniger Emissionen sollten aus Steuern finanziert werden und seien keine Angelegenheit der Hersteller, hatte der Präsident des Auto-Importeursverbands VDIK, Reinhard Zirpel, gesagt.

Das stieß auf scharfen Widerspruch. Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) sagte, es sei „in keiner Weise nachvollziehbar, dass die ausländischen Hersteller, deren Fahrzeuge auch auf deutschen Straßen unterwegs sind, ihre Verantwortung nicht erkennen“. Wissmann betonte, es gebe für die Autoimporteure „genügend Grund“, sich am Dieselfonds zu beteiligen: „Ich bin zuversichtlich, dass der Fonds zustande kommt.“

Ihren Weltmarkt-Anteil hat die deutsche Autoindustrie 2017 gesteigert. Nahezu jeder fünfte von insgesamt 84,6 Millionen Pkw kam nach VDA-Angaben aus deutscher Produktion. Zugleich bleibt es bei dem Trend, dass immer mehr Autos im Ausland zusammengebaut werden.

In diesem Jahr steigt die Auslandsproduktion um sieben Prozent auf 10,8 Millionen Pkw, während die Inlandsproduktion um zwei Prozent auf 5,6 Millionen Stück zurückgeht. Autobauer und Zulieferer hätten bis September im Durchschnitt 818 000 Mitarbeiter beschäftigt, das sei der höchste Stand seit 26 Jahren.

Der VDA erwartet für 2018 weltweit einen schwach wachsenden Absatz auf dem Weltmarkt um ein Prozent auf 85,7 Millionen Neuwagen. Die deutschen Konzerne sollten wiederum überdurchschnittlich teilhaben mit einer Produktionserhöhung um zwei Prozent auf 16,7 Millionen Fahrzeuge. Etwa 11,1 Millionen davon dürften im Ausland montiert werden.

China wird nach Einschätzung des VDA mit einem Plus von zwei Prozent auf 24,6 Millionen Pkw ein wichtiger Wachstumstreiber bleiben. Dem US-Markt fehle es dagegen weiterhin an Dynamik, sagte Wissmann. Der Absatz werden wohl bei rund 16,8 Millionen Autos liegen - das wäre ein Minus von zwei Prozent, aber nach den Worten Wissmanns „noch immer ein ordentliches Niveau“. Impulse seien zudem aus Russland, Brasilien und Indien zu erwarten.

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