Auf der Suche nach Herausforderungen

Nicolas Berggruen ist ein Mann der Widersprüche: Milliardär ohne eigene Wohnung und Finanzmanager, der das soziale Gewissen betont.

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Nicolas Berggruen sieht sich nicht als Wohltäter, sondern als Geschäftsmann.

Was für andere schlechte Nachrichten sind, sieht Nicolas Berggruen als Chance. Der deutsch-amerikanische Geschäftsmann tritt vor allem dann in Erscheinung, wenn Unternehmen um ihre Existenz bangen.

"Die meisten schlechten Nachrichten sind Herausforderungen", sagte er jüngst im Interview mit dem "Zeit"-Magazin. Und davon hatte der Investor in jüngster Zeit genug: Schon 2007 übernahm der 50-Jährige, dessen Vermögen auf 2,3 Mrd. Dollar geschätzt wird, Teile des insolventen Möbelriesen Schieder. Nach der Karstadt-Rettung bot Berggruen unter anderem um die Metro-Warenhauskette Kaufhof, investierte in das Fast-Food-Unternehmen Burger King - und nun hat er Interesse an der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker aus Ehingen angemeldet.

Ein typischer Unternehmer ist er allerdings nicht: Der Sohn des jüdischen Mäzens und Kunstsammlers Heinz Berggruen trägt Dreitagebart und findet, Reiche wie er selbst sollten mehr Steuern zahlen. Seine Luxuswohnungen in New York, London und Los Angeles verkaufte er schon vor Jahren - und lebt seither in Hotels rund um die Welt, allenfalls noch in seinem Flugzeug.

Woher sein Hang zu angeschlagenen Unternehmen kommt? "Natürlich ist es für mich eine fantastische Sache, wenn ich helfen kann, die Zerschlagung zu verhindern und die Arbeitsplätze zu retten", sagte er mit Blick auf Karstadt. Ob die Jobs dauerhaft bestehen und die Warenhauskette tatsächlich eine Zukunft hat, muss sich allerdings noch erweisen.

Dass er kein Wohltäter, sonder Geschäftsmann ist, räumt er freimütig ein: "Wenn ich in Zeitungen investiere, wie etwa bei "El Pais" in Spanien, dann tue ich das nicht, weil ich gerne lese." Letztlich ist Berggruen aber auch Getriebener auf der Suche nach neuen Herausforderungen. "Es ist pervers - aber im Sport ist es dasselbe."

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