Auch die Azubis gehen nicht leer aus

Auszubildende in den neuen Bundesländern verdienen inzwischen 91 Prozent dessen, was die Lehrlinge im Westen bekommen. Überhaupt sind die Gehälter der jungen Leute im vergangenen Jahr kräftig gestiegen.

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Die Vergütungen der Auszubildenden haben 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent zugenommen. 708 EUR brutto verdienten die Auszubildenden in Westdeutschland im Schnitt, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gestern mitteilte. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich um 2,9 Prozent und damit stärker als im Jahr davor, als sie nur um 1,3 Prozent stiegen.

Noch größer war der Sprung in den neuen Bundesländern: Hier stiegen die tariflichen Vergütungen um 4,9 Prozent auf durchschnittlich 642 EUR brutto im Monat. Im Jahr davor hatte der Wert noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Der Unterschied im Tarifniveau zwischen Ost und West verringerte sich damit weiter. In den neuen Bundesländern werden jetzt 91 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Im Vorjahr waren es noch 89 Prozent gewesen.

Das BIBB wertete die Vergütungen für 185 Berufe in West- und 150 Berufe in Ostdeutschland aus. In ihnen werden 89 Prozent der Azubis ausgebildet.

Nach wie vor gibt es zwischen den Berufsgruppen erhebliche Unterschiede in der Vergütung. Doch auch im gleichen Beruf weichen die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Branche und Region erheblich voneinander ab. Zudem gelten die vom BIBB ermittelten Durchschnittswerte nur in der betrieblichen Ausbildung. In der aus öffentlichen Mitteln finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Auszubildenden in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen.

In Westdeutschland bekommen 59 Prozent der Azubis zwischen 500 und 799 EUR (51 Prozent im Osten). Weniger als 500 EUR erhielten 3 Prozent (27 Prozent im Osten). Immerhin 38 Prozent kassierten 800 EUR und mehr (22 Prozent im Osten).

Die männlichen Azubis verdienten besser als ihre Kolleginnen. In Westdeutschland wurden männlichen Lehrlingen 721 EUR und weiblichen 688 EUR gezahlt; in Ostdeutschland 658 und 614 EUR. Diesen Unterschied erklären die Experten des BIBB damit, dass junge Frauen häufiger in Berufen mit eher niedrigen Ausbildungstarifen anzutreffen sind als junge Männer.

Alle Beträge wurden auf die gesamte Ausbildungszeit berechnet. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergeben sich folgende Werte: In Westdeutschland wurden im 1. Ausbildungsjahr im Schnitt 633 EUR, im zweiten Jahr 703 EUR und im dritten Jahr 785 EUR gezahlt. Im Osten waren es 571 EUR, 642 EUR und 706 EUR. dpa

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