Alibaba lockt die Aktionäre

Die US-Online-Händler Amazon und Ebay können sich warm anziehen: Alibaba, eine Handelsplattform aus China, hat die Wall Street erobert und schickt sich an, die Branche auf den Kopf zu stellen.

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Nach Wochen der gespannten Erwartung war es am Freitag in New York soweit: Der chinesische Onlinehändler Alibaba gab sein Börsendebüt - und es war fulminant. Die unter dem Kürzel "BABA" notierten Aktien schossen nach Handelsbeginn vom Ausgabepreis von 68 Dollar (51,70 EUR) auf rund 96 Dollar (74,78 EUR). Das ist ein Anstieg um mehr als 40 Prozent. Insgesamt gab das Unternehmen 368 Mio. Anteilsscheine aus. Es war der größte Börsengang, den es je gab. Alibaba startet mit einem Gesamtwert von rund 170 Mrd. Dollar(129,26 Mrd. EUR) gleich in einer Liga mit dem weltweit größten Online-Händler Amazon.

Die Chinesen sind Vorreiter einer Kräfteverschiebung im weltweiten Online-Handel. In Schwellen- und Entwicklungsländern entdecken Milliarden neuer Nutzer - und damit auch Käufer - das Internet. Alibaba, der indische Online-Händler Flipcart oder die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet, die bald auch an die Börse geht, machen in diesen Regionen verstärkt US-Schwergewichten wie Amazon und Ebay Konkurrenz.

Bei Alibaba ist es die schiere Größe des chinesischen Marktes, die den Börsenneuling zu einem Riesen macht - und die Fantasie der Investoren entfesselt. Rund 279 Mio. Käufer in seinen Online-Handelsplätzen führte Alibaba zuletzt in dem Börsenprospekt auf. Das Potenzial ist gewaltig: Von den 1,35 Mrd. Chinesen ist erst weniger als die Hälfte im Internet, erst gut 300 Millionen shoppen online.

Alibaba hat in dem für westliche Internet-Firmen abgeschotteten Markt zudem mit Plattformen wie Taobao, Tmall oder Juhuasuan Angebote für alle: Unternehmen, die untereinander Geschäfte machen, Verbraucher, bekannte Marken.

Die Nachfrage nach den zunächst 320 Mio. Alibaba-Aktien war so hoch, dass Unternehmen und Banken zwischendurch die Preisspanne anheben konnten. Nach Einschätzung einiger Marktexperten hätte die Firma beim Ausgabepreis auch über die 68 Dollar (51,70 EUR) gehen können, auf denen der Zeiger am Ende stehen blieb. Das Preisziel sahen die Analysten der Finanzfirma Morningstar eher bei 90 Dollar (68,43 EUR).

Mit dem Börsengang wurde aber auch deutlich, dass Alibaba kein Unternehmen wie seine Rivalen aus dem Westen ist. Der Wertpapierprospekt legte die Strukturen offen. So hat bei Alibaba nach wie vor ein Gremium aus insgesamt 30 "Partnern" das Sagen, das von Verbündeten des Gründers Jack Ma beherrscht wird. Die Geschäfte laufen über ein schwer überschaubares Netz aus einzelnen Firmen. Der Börse in Hongkong war vor allem die Machtverteilung ein Dorn im Auge, Alibaba ging deswegen nach New York.

Jack Ma selbst wird beim Börsengang mit dem Verkauf eines Anteils von 0,5 Prozent an Alibaba um 867 Mio. Dollar (659 Mio. EUR) reicher. Er bleibt mit 7,8 Prozent weiter größter Einzelaktionär.

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