Airline weitet Sparprogramm aus

Trotz eines Gewinnsprungs im dritten Quartal verstärkt die Lufthansa ihren Sparkurs. 2500 Stellen in der Verwaltung sollen abgebaut werden.

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Die Lufthansa hat zwar im dritten Quartal mit einem Betriebsergebnis von 648 Mio. EUR und einem gegenüber dem Vorjahresquartal um fast ein Drittel höheren Netto-Gewinn von 642 Mio. EUR überraschend gut abgeschlossen. Trotzdem tritt Konzernchef Christoph Franz noch stärker auf die Kostenbremse. Er reagiert damit auf die schwierige Lage im Passagier-Geschäft. Bei Lufthansa-Passage, der größten Airline im Konzern, rechnet er 2012 mit "einem deutlichen operativen Verlust". Rund 1000 Flugbegleiter und 250 Piloten, die bis Jahresende eingestellt werden sollten, bekommen jetzt keinen Job, weitere 1000 Flugbegleiter und 250 Piloten müssen um ihre Stelle bangen, weil sie wegen der Außerdienststellung von 34 Flugzeugen nicht mehr benötigt werden.

Nur dank der noch vergleichsweise guten Lage bei Swiss sowie der Lufthansa Technik und im Catering kann die Lufthansa für das ganze Jahr nach Angaben von Finanzchefin Simone Menne mit einem Betriebsgewinn "im mittleren dreistelligen Millionenbereich" rechnen. Eine Prognose für den Nettogewinn gab sie erst gar nicht ab.

2011 hatte die Lufthansa ein Betriebsergebnis von 820 Mio. EUR verbucht, unter dem Strich war sie mit 13 Mio. EUR ins Minus gerutscht. Nach den ersten neun Monaten erzielte die Lufthansa bei einem Umsatz von 22,8 Mrd. EUR (plus 6,1 Prozent) ein Betriebsergebnis von 628 Mio. EUR, ein Minus von 13 Prozent. Netto konnte die Airline allerdings einen Gewinn von 474 Mio. EUR einfahren, vor allem durch die weggefallene Belastung durch die defizitäre britische Fluglinie BMI, die die Lufthansa Anfang des Jahres verkauft hat. Die Lufthansa-Passagier-Sparte kam nur auf einen Betriebsgewinn von 64 Mio. EUR, ein Rückgang um die Hälfte gegenüber dem Vorjahr.

Die Lufthansa verschärft deshalb und wegen der unsicheren Aussichten den Sparkurs. Bislang sollte dadurch eine Ergebnisverbesserung von 1,5 Mrd. EUR bis 2015 erreicht werden, jetzt präzisiert der Lufthansa-Chef diesen Betrag mit dem Zusatz "netto". Bislang plant die Lufthansa weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung zu streichen, davon 2500 in Deutschland. Aktuell beschäftigt der Lufthansa-Konzern weltweit 117 500 Mitarbeiter.

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