Air Berlin klagt gegen Flughafen-Firma

Der Hickhack um den Hauptstadtflughafen in Berlin hat aus Sicht von Air Berlin Schaden angerichtet. Die Fluggesellschaft pocht nun auf Ausgleich.

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Dem Airline-Chef Hartmut Mehdorn ist wohl der Kragen geplatzt. Alle Gespräche mit den Betreibern des Pannen-Flughafens in Schönefeld seien gescheitert, lässt er mitteilen. Air Berlin habe nun entschieden, "unseren Anspruch auf Schadenersatz auf dem Rechtsweg geltend zu machen". Die Fluggesellschaft zieht als erste gegen die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg vor Gericht. Die gibt der Klage keine Chance.

Es geht um Schadenersatz in Millionenhöhe nach der geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens. Die kriselnde Berliner Airline, könnte das Geld gut gebrauchen. Bekommt sie mit ihrer Feststellungsklage Recht, könnte eine Klage-welle auf den Flughafen zurollen, die auch den Aufsichtsrat unter Führung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erneut unter Druck setzt.

Doch Air Berlin hat aus Sicht der Flughafengesellschaft keinen Anspruch auf Schadenersatz, "da wir mit der Airline vertraglich keinen fixen Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg vereinbart hatten". Der Flughafen wisse um die Probleme der Fluggesellschaft, Geld gebe es aber trotzdem nur, "wenn dies rechtlich zwingend geboten ist", erklärt der Flughafen-Geschäftsführer Rainer Schwarz.

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens, an dem Air Berlin ein internationales Drehkreuz aufbauen will, wurde inzwischen dreimal um insgesamt zwei Jahre verschoben. Air Berlin seien durch die Verschiebungen "erhebliche Schäden" entstanden. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch es gehe um "geschätzte Mehrkosten und sonstige Schäden in zweistelliger Millionenhöhe".

Auch Lufthansa und Deutsche Bahn hatten eine Klage erwogen. Noch sei keine Entscheidung gefallen, teilten beide Unternehmen mit. Die Bahn, die eine Strecke zum unterirdischen Bahnhof des Flughafens gebaut hat, veranschlagt bis Ende Oktober Mehrkosten von 34 Mio. EUR. Jeden Monat kämen 2 Mio. EUR hinzu. "Wir wollen nicht auf den Kosten sitzenbleiben", hatte Bahnchef Rüdiger Grube erst vor wenigen Tagen gesagt.

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