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US-Wirtschaft schrumpft erstmals seit dreieinhalb Jahren

Trotz einer hochexpansiven Geldpolitik hat die weltgrößte Volkswirtschaft zum Jahresende 2012 einen herben Dämpfer erlitten. Die Wirtschaftsleistung der USA war im vierten Quartal erstmals seit dreieinhalb Jahren rückläufig.

Autor: dpa |
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Das geht aus der ersten Schätzung des Handelsministeriums vom Mittwoch in Washington hervor. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,1 Prozent, nach einem Plus von 3,1 Prozent im Quartal davor. Dass sich das Wachstumstempo abschwächen würde, hatten Volkswirte erwartet. Überraschend ist indes das Ausmaß des Dämpfers. Die Erwartungen von plus 1,1 Prozent wurden klar verfehlt. Wird die Wachstumsrate nicht auf das Jahr hochgerechnet, wie etwa in Europa üblich, bewegt sich Wirtschaftswachstum nahe der Null-Linie.

Auch die Fed betonte, dass weiterhin Risiken für die US-Konjunktur bestünden. Das Wachstum habe zum Jahresende eine Pause eingelegt, hieß es nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses am Mittwoch mit.

Die Zentralbanker betonten daher, an ihren Anleihenkäufen in Höhe von 85 Milliarden US-Dollar pro Monat festhalten zu wollen. Auch die Niedrigzinsen von null bis 0,25 Prozent bleiben wie erwartet unverändert. Die Zinsen sollten "außergewöhnlich niedrig" bleiben, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt - derzeit liegt sie bei 7,8 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2012 errechneten die Statistiker der Regierung ein reales Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent, nach 1,8 Prozent 2011. Sie weisen allerdings darauf hin, dass die erste Schätzung zum vierten Quartal 2012 noch auf lückenhaften Daten fußt. Die zweite Schätzung auf breiterer Datenbasis soll am 28. Februar veröffentlicht werden.

An den Finanzmärkten fiel die erste Reaktion enttäuschend aus. Vor allem der amerikanische Dollar geriet unter Druck. Dementsprechend stark präsentierte sich der Euro, der am Mittwoch in die Nähe der Marke von 1,36 Dollar vorstieß.

Die Wachstumsschwäche zum Jahresende geht vor allem auf das Konto rückläufiger Staatsausgaben. Besonders tief im roten Bereich lagen die Rüstungsausgaben, die mit gut 22 Prozent so stark wie selten zuvor nachgaben. Zudem war der Lageraufbau rückläufig, die Unternehmen produzierten also weniger "auf Halde". Vom Außenhandel wurde die Entwicklung zusätzlich durch schwache Exporte belastet.

Gestützt wurde die US-Konjunktur indes durch höhere Ausgaben der Verbraucher. Auch die Investitionen der Unternehmen und die Bauausgaben verhinderten ein stärkeres Minus. Die Außenhandelsbilanz wurde durch geringere Importe in ein etwas günstigeres Licht gerückt.

Bankvolkswirte zeigten sich von dem konjunkturellen Rücksetzer überrascht, verwiesen aber auf positive Aspekte. Genannt wurde insbesondere der Zuwachs bei den Konsumausgaben, die für die USA als Wachstumstreiber schlechthin gelten. Der Anstieg der Investitionsausgaben deutet demnach auf größere Zuversicht der US-Unternehmen hin, während sich die Erholung des krisengeschüttelten Immobilienmarkts - Auslöser der Finanzkrise von 2008 - fortzusetzen scheint. Mithin sahen die meisten Ökonomen keinen Grund, das Ende der moderaten Erholungskurses auszurufen.

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