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Autor: DPA, 31.01.2013

Süßes mit saurer Note

Mit höchst ungewöhnlichen Mischungen wollen die Süßwarenhersteller die Geschmäcker der Kunden treffen. Auf der Messe ISM kündigten sie aber auch an, dass wegen höherer Kosten die Preise steigen sollen.

Nougat mit Salznote, Salmiak-Schokolade oder Apfelpürree-Bonbons: Die weltgrößte Süßwarenmesse ISM hat viele neuen Geschmacksvariationen und Produkte speziell für Allergiker präsentiert. In Köln zeigten gut 1400 Aussteller aus 67 Ländern vier Tage lang ihre Trends für das laufende Jahr. Die Hersteller stehen nach sinkenden Exporten und wegen deutlich steigender Preise für Rohstoffe wie Zucker, Mehl und Fetten unter Druck. Auch auf den Handel und den Endverbraucher kommen nach Branchenangaben Preissteigerungen zu.

Unter den für dieses Jahr geplanten Neuheiten sind zahlreiche laktose- und glutenfreie Süßigkeiten und Knabberartikel. Zudem setzen viele Hersteller vermehrt auf kalorienreduzierte, vegane und vegetarische Produkte. Punkten wollen sie beim Verbraucher auch mit ungewöhnlichen Kombinationen wie Salmiak-gepuderter Schokolade, Gemüse-Chips, Bonbons mit Apfelpüree oder Pralinen, die auf der Zunge prickeln.

Deutschland gehört weltweit neben den USA, Großbritannien und den Niederlanden zu den Staaten, in denen am meisten Süßwaren verzehrt werden. 2012 futterte der Bundesbürger im Durchschnitt knapp 32 Kilogramm Schokolade, Fruchtgummi, Eis, feine Backwaren und salzige Snacks. Die Gesamtproduktion hierzulande verringerte sich dennoch leicht auf 3,8 Mio. Tonnen. Der Umsatz betrug 12,5 Mrd. EUR.

Grund für das Minus sind die wichtigen Exporte, die erstmals seit 2005 sanken - laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie um 4 Prozent auf knapp 1,7 Mio. Tonnen. Als Ursache nennen die Hersteller stark steigende Rohstoffpreise in der EU, die zu einer Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit führten.

Der Verbraucher konnten sich 2012 zwar über die europaweit niedrigsten Preise für Süßwaren freuen, in diesem Jahr rechnet die Branche aber mit einem Anstieg. Der Handel hatte 2012 noch einen Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent auf 10 Mrd. EUR verbucht. Die für die Industrie kritische Rohstoffsituation werde aber in diesem Jahr auch Handel und Verbraucher erreichen - und das schlägt sich im Preis nieder, prognostiziert der Handelsverband Deutschland HDE.

Das Partnerland der 43. Internationalen Süßwarenmesse, Russland, ist einer der wichtigsten Absatzmärkte Deutschlands außerhalb der EU. Die Süßwarenindustrie ist die drittgrößte Branche der Ernährungsindustrie mit 220 Herstellern und 49 000 Beschäftigten. 2012 ging die Zahl der Mitarbeiter allerdings um 500 zurück.

Weitere Bilder zur Süßwarenmesse gibt es unter swp.de/bilder

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