Schlecker-Familie: Firmengründer zieht sich im Sommer zurück
Ehingen. In Deutschland ist Schlecker pleite, in anderen Ländern läuft es scheinbar besser. Der Sohn des Firmengründers reiste eigens nach Wien, um die Österreicher zu beruhigen. Dabei gab es auch einen Ausblick auf die Zukunft der deutschen Geschäfte.
Gründer Anton Schlecker will bereits in einem halben Jahr aus der Führung seiner insolventen Drogeriekette ausscheiden. Wenn "alles positiv" verlaufe, werde sich sein Vater im August oder September komplett aus dem Unternehmen zurückziehen, sagte Lars Schlecker am Mittwoch in Wien. "Es wird eine Veränderung der Firmenstruktur geben."
Gleichzeitig sucht das Unternehmen intensiv nach finanzkräftiger Unterstützung. "Ein Investor ist wahrscheinlich und notwendig", sagte Lars Schlecker. Über die Höhe einer möglichen Beteiligung und die Zahl der Verhandlungspartner wollte er sich nicht äußern. Ähnliche Andeutungen hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz vergangene Woche gemacht - der aktuell die maßgeblichen Entscheidungen trifft.
Bis Ende März bekommen die Schlecker-Angestellten in Deutschland noch ihre Gehälter als Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit bezahlt. Die Firmenerben hoffen, mit einem Sanierungskonzept aus der Insolvenz zu kommen, um den Familienkonzern aus Ehingen bei Ulm erhalten zu können. Wichtiger Teil ist die noch laufende Schließung unrentabler und die Eröffnung großzügiger neuer Filialen. Lars Schlecker kündigte an: "Auch das Management bleibt bestehen."
Die Familie könne aber kein Geld mehr in die insolvente Muttergesellschaft stecken. "Wenn noch ein signifikantes Vermögen da wäre, würden wir nicht hier sitzen", sagte Lars Schlecker. Fast wortgleich hatte sich seine Schwester Meike am 30. Januar in Ehingen geäußert. Sein Vater Anton Schlecker habe dreistellige Millionenbeträge in die Drogeriekette investiert, um die Verluste aufzufangen. "Meine Schwester und ich haben auch einen Großteil unseres Vermögens ins Unternehmen gesteckt. Wir werden nicht jammern und wir kommen zurecht."
Die Auslandstöchter seien nicht insolvent und sollten auch nicht in Insolvenz geschickt werden. Im Ausland lägen die größten Wachstumschancen des Unternehmens, sagte Schlecker und fügte in Wien hinzu: "Österreich ist und bleibt eigenständig." Der Schlecker-Manager Thorsten Rusch betonte, die Österreich-Tochter sei "definitiv nicht vom deutschen Insolvenzverfahren betroffen". Schlecker-Österreich sei "sehr gut unterwegs", 2011 sei ein "eindeutig siebenstelliges positives Betriebsergebnis" erzielt worden. Auch die Länder, die an Österreich hängen - Luxemburg, Belgien, Polen und Italien - erwirtschafteten positive Beiträge, so Rusch.
In Österreich als erstem Auslandsmarkt eröffnete Schlecker von 1987 an Geschäfte. Heute gibt es etwa 970 Filialen und 3000 Angestellte. Am 23. Januar hatte die Firma in Deutschland ihre Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Betroffen sind deutschlandweit rund 32 000 Beschäftigte in mehr als 6000 Filialen. Dazu gehört auch die Tochter IhrPlatz.
Gleichzeitig sucht das Unternehmen intensiv nach finanzkräftiger Unterstützung. "Ein Investor ist wahrscheinlich und notwendig", sagte Lars Schlecker. Über die Höhe einer möglichen Beteiligung und die Zahl der Verhandlungspartner wollte er sich nicht äußern. Ähnliche Andeutungen hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz vergangene Woche gemacht - der aktuell die maßgeblichen Entscheidungen trifft.
Bis Ende März bekommen die Schlecker-Angestellten in Deutschland noch ihre Gehälter als Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit bezahlt. Die Firmenerben hoffen, mit einem Sanierungskonzept aus der Insolvenz zu kommen, um den Familienkonzern aus Ehingen bei Ulm erhalten zu können. Wichtiger Teil ist die noch laufende Schließung unrentabler und die Eröffnung großzügiger neuer Filialen. Lars Schlecker kündigte an: "Auch das Management bleibt bestehen."
Die Familie könne aber kein Geld mehr in die insolvente Muttergesellschaft stecken. "Wenn noch ein signifikantes Vermögen da wäre, würden wir nicht hier sitzen", sagte Lars Schlecker. Fast wortgleich hatte sich seine Schwester Meike am 30. Januar in Ehingen geäußert. Sein Vater Anton Schlecker habe dreistellige Millionenbeträge in die Drogeriekette investiert, um die Verluste aufzufangen. "Meine Schwester und ich haben auch einen Großteil unseres Vermögens ins Unternehmen gesteckt. Wir werden nicht jammern und wir kommen zurecht."
Die Auslandstöchter seien nicht insolvent und sollten auch nicht in Insolvenz geschickt werden. Im Ausland lägen die größten Wachstumschancen des Unternehmens, sagte Schlecker und fügte in Wien hinzu: "Österreich ist und bleibt eigenständig." Der Schlecker-Manager Thorsten Rusch betonte, die Österreich-Tochter sei "definitiv nicht vom deutschen Insolvenzverfahren betroffen". Schlecker-Österreich sei "sehr gut unterwegs", 2011 sei ein "eindeutig siebenstelliges positives Betriebsergebnis" erzielt worden. Auch die Länder, die an Österreich hängen - Luxemburg, Belgien, Polen und Italien - erwirtschafteten positive Beiträge, so Rusch.
In Österreich als erstem Auslandsmarkt eröffnete Schlecker von 1987 an Geschäfte. Heute gibt es etwa 970 Filialen und 3000 Angestellte. Am 23. Januar hatte die Firma in Deutschland ihre Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Betroffen sind deutschlandweit rund 32 000 Beschäftigte in mehr als 6000 Filialen. Dazu gehört auch die Tochter IhrPlatz.
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Autor: dpa | 08.02.2012
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Anton Schlecker soll sich im August oder September komplett aus dem Unternehmen zurückziehen
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