Porsche-Prozess: Staatsanwalt bleibt Hart

20 Verhandlungstage sind im Porscheprozess um, nur noch einer folgt - dann wird das Urteil gefällt im Verfahren wegen Marktmanipulation.

DPA |

Im Porscheprozess hält die Staatsanwaltschaft an ihrer Forderung nach Haftstrafen für die beiden Ex-Firmenchefs Wendelin Wiedeking und Holger Härter fest. Die Angeklagten hätten 2008 ihren Beschluss zur Dreiviertel-Übernahme von VW verschleiert und dadurch den Markt manipuliert, sagte Staatsanwalt Heiko Wagenpfeil vor dem Stuttgarter Landgericht.

Wiedeking soll für zwei Jahre und sechs Monate verurteilt werden, Härter für zwei Jahre und drei Monate. Zudem sollen sie eine Geldbuße von je 1 Mio. EUR zahlen. Die Verteidigung hält die Vorwürfe hingegen für völlig unbegründet und fordert einen Freispruch.

Die Ankläger hatten ihr erstes Plädoyer bereits vor drei Wochen vor dem Gericht gehalten. Danach allerdings wurde die Beweisaufnahme überraschend wiedereröffnet, weil Teile der Anklagevorwürfe aus Sicht des Vorsitzenden Richters noch nicht ausreichend beleuchtet worden waren.

Daraufhin wurden zwei Zeugen, die bereits vernommen worden waren, erneut vorgeladen. Der zweite von ihnen, ein früherer Rechtsberater von Porsche, trat gestern Morgen auf. Der 58-Jährige widersprach dem Vorwurf der Anklage, demzufolge eine Porsche-Pressemitteilung von Ende Oktober 2008 den VW-Kurs hochtreiben sollte, um Gewinne mitzunehmen - Porsche hielt damals große Anteil an Volkswagen. Nach der Mitteilung schnellte der VW-Kurs binnen zwei Tagen von etwa 200 EUR auf gut 1000 EUR in die Höhe.

Nach seiner Kenntnis habe es damals in der Porsche-Chefetage keine Überlegungen zur Gewinnmitnahme gegeben, sagte der Anwalt einer Großkanzlei. "Ich hatte keinerlei Anhaltspunkte, dass dies eine porsche-interne Diskussion oder Sorge sein könnte." Nach der Zeugenaussage hielt Staatsanwalt Wagenpfeil sein Plädoyer. Er räumte zwar ein, dass die in dem Verfahren vernommenen Zeugen die Vorwürfe der Anklage nicht wesentlich hatten stützen können. Dies entlaste Wiedeking und Härter aber nicht, da sie den Übernahmebeschluss ja unbemerkt von allen anderen - also unter sich - hätten fällen können. Das Urteil wird am 18. März erwartet.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Kotzhügel und Zaun: Botschaften ...

Das Tanzen auf den Tischen ist nicht erlaubt. Foto: Felix Hörhager

Der Besuch des Oktoberfestes kann ein großes Abenteuer sein. Damit alles glatt geht, geben einige Botschaften ihren Landsleuten nützlich Ratschläge an die Hand. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr