Maschinenbauer im Land stehen gut da

Stuttgart.  Die Maschinenbauer in Baden-Württemberg sind wieder dick im Geschäft. Bei den Zahl der Jobs gibt es aber noch Nachholbedarf. Zeitarbeit und Fachkräftemangel bleiben nach wie vor ein Zankapfel.

Der Maschinenbau in Baden-Württemberg brummt wieder so gut wie vor der Krise, seine Jobverluste hat er aber noch nicht wieder wettgemacht. Die Branche rechnet mit 66 Mrd. EUR Umsatz im laufenden Jahr, berichtete der Landesverband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der Wert würde den Vorkrisenerlösen aus 2008 entsprechen. Von den 20 000 in der Krise verlorenen Arbeitsplätzen fehlen aber noch immer 14 000.

"Die Unternehmen sind auch für die nächsten Monate optimistisch und rechnen nicht mit einer Eintrübung des Geschäfts", sagte der Vorsitzenden des VDMA Baden-Württembergs, Christoph Hahn-Woernle. Derzeit sehen 8 von 10 Befragten ihre Auftragsbücher gut oder sehr gut gefüllt.

Bei den Jobs hinkt die Branche hinterher: Mit 284 000 Beschäftigten ist das Vorkrisenniveau von 300 000 Mitarbeitern noch etwas entfernt. 6000 Menschen seien inzwischen wieder eingestellt worden, weitere 5000 bis 6000 sollen bis Jahresende hinzukommen. Dann wären es etwa 290 000 Beschäftigte.

Hahn-Woernle zeigte sich zuversichtlich. "Weil die Unternehmen inzwischen von der Nachhaltigkeit des Erholungsprozesses überzeugt zu sein scheinen, stellen sie auch vermehrt neues Personal ein, wenn sie es denn finden." 60 Prozent der Befragten wollten in den nächsten Monaten einstellen, 74 Prozent hätten aktuell offene Stellen.

Der VDMA-Landesvorsitzende pochte auf flexible Arbeitsmodelle. "Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse und Arbeitszeitkonten sind ein unverzichtbares Moment einer flexiblen Beschäftigungsanpassung." Gewerkschaften fordern dagegen, dass die Unternehmen ihre Stammbelegschaften stärken, Leiharbeit verringern, verstärkt aus- und fortbilden und ihre Lehrlinge öfter übernehmen. Das wirke dann auch dem viel beklagten Fachkräftemangel entgegen.

Mittelfristig rechnet die Branche mit einem sich zuspitzenden Konkurrenzkampf im Ausland, besonders in China, Brasilien, Indien und Russland. Der Trend ist mit Blick auf die wachsende Marktverschiebung bedeutend: Im ersten Quartal 2011 stieg der Maschinenexport aus dem Südwesten um 28 Prozent. Nach China betrug das Plus 77 Prozent, nach Russland 62 Prozent und in die Türkei 55 Prozent. Daher gelte es, dort verstärkt zu investieren, sagte Hahn-Woernle. dpa


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Autor: SWP | 20.07.2011

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