Kritik an Apple: iPad und iPhone speichern Geodaten der Nutzer
Berlin. Das iPhone weiß, wo sein Besitzer sich aufhält. Sowohl das Apple-Handy als auch die iPad-Tablet-Computer speichern Aufenthaltsorte ihrer Nutzer. Datenschützern gefällt das ganz und gar nicht.
Das iPhone und der Tablet-Computer iPad speichern dauerhaft die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer anhand von Daten aus dem Mobilfunknetz. Datenschützer kritisierten diese von zwei britischen IT-Experten in den USA öffentlich gemachte Praxis und forderten Apple zu Konsequenzen auf. "Diese Speicherung von Standortdaten ohne Kenntnis der Betroffenen wäre nach deutschem Datenschutzrecht sicherlich nicht zulässig", sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar.
Die Informationen über alle Aufenthaltsorte der vergangenen Monate übertragen die mobilen Geräte auf den Computer, an den sie beim Datenaustausch angeschlossen werden. Dort werden die Ortsangaben in einer versteckten Datei aufbewahrt, die mit spezieller Software ausgelesen werden kann. Die IT-Experten Alasdair Allan und Pete Warden haben ein Programm für Apples Betriebssystem Mac OS entwickelt und im Internet bereitgestellt: Dieser iPhone-Tracker liest die Daten aus und stellt sie auf einer interaktiven Karte dar.
Dabei fallen zum Teil mehrere zehntausend einzelne Ortsangaben an. Die Angaben sind aber nicht immer exakt. Denn die Daten werden nicht von den GPS-Sensoren erfasst, sondern über die Peilung in Mobilfunk-Netzen, zum Beispiel aus der Entfernung zu den Mobilfunk-Zellen. Diese Methode ist weniger präzise als die satellitengestützte GPS-Ortung.
Grundsätzlich werden Angaben zu allen Aufenthaltsorten des iPhone- und i-Pad-Nutzers abgelegt. Die Breiten- und Längengrade der Orte werden nach Angaben von Allan und Warden zusammen mit einem Zeitstempel auf dem Computer gespeichert, in einer Datei mit dem Namen "consolidated.db".
Allan und Warren fanden keine Anzeichen dafür, dass die Informationen an Apple oder andere weitergeleitet werden. Der Konzern soll allerdings regelmäßig anonymisierte Standort-Informationen abgerufen haben, um die Lokalisierungsdienste zu optimieren. Das erklärt aber nicht, wieso Ortsdaten noch monatelang auf den mobilen Geräten weniger gut geschützt gespeichert werden. Apple selbst äußerte sich dazu bisher nicht.
Erhoben werden die Daten grundsätzlich, zur Unterstützung ortsbezogener Dienste wie der Kartennavigation oder der Geokodierung von Fotos, die mit der iPhone-Kamera aufgenommen werden. Diese Dienste werden seit dem Update auf das Apple-Betriebssystem iOS 4 auch im Hintergrund bereitgestellt, also auch dann, wenn gerade eine andere Anwendung auf dem Bildschirm des Geräts angezeigt wird.
Manche Experten gehen davon aus, dass diese Datensammlung womöglich auch im Zusammenhang steht mit Plänen für ortsangepasste und personifizierte Werbeangebote. Zudem gibt es die Theorie, dass die Datensammlung dazu dienen sollte, verlorene oder gestohlene Geräte aufzustöbern. Andere wiederum vermuten schlicht einen Software-Fehler.
Allan und Warden befürchten, dass sich Unbefugte Zugang zu diesen Daten verschaffen könnten, weil sie nicht verschlüsselt gelagert werden. Auch der deutsche Netzexperte Frank Rieger vom Chaos Computer Club (CCC) betonte, das Risiko in diesem Fall sei vor allem, dass das Telefon verlorengehe und die Daten ausgelesen würden. Oder dass jemand auf den Computer zugreife, auf dem eine Kopie der Daten liege, "und dann die Aufenthaltsorte der letzten Jahre verfügbar und auslesbar sind, ohne dass der Benutzer davon wusste". Eine Verschlüsselung der eigenen Datenspur kann der Nutzer nur erreichen, wenn er beim Backup der iPhone- und iPad-Daten in der Software iTunes angibt, dass die Daten verschlüsselt gespeichert werden. dpa
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Autor: SWP | 23.04.2011
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Der Screenshot, erstellt mit iPhoneTracker, zeigt die Ortungsdaten eines iPads. Fotos: dpa
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