Gut für die Altersvorsorge
Hamburg. Private Altersvorsorge funktioniert nicht ohne Risiko. Sichere Anlagen wie Sparbücher oder Festgeldkonten bringen laut einer Studie langfristig Verluste. Experten empfehlen Aktien- und Mischfonds.
Für ihre private Altersvorsorge nutzen viele Anleger einer aktuellen Studie zufolge die falschen Finanzprodukte. Statt in Aktien, Anleihen oder in Fonds zu investieren, werden größtenteils sichere Sparbücher oder Festgeld-Anlagen gewählt. Auf längere Sicht schaden sich die Anleger damit aber selbst, wie jetzt eine Untersuchung des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergeben hat.
"Wer bei der langfristigen Vermögensplanung auf Bargeld, Sparbücher, Festgelder oder Tagesgeldkonten vertraut, der baut auf Sand und erreicht genau das Gegenteil: Er vernichtet Schritt für Schritt seine Ersparnisse", sagt DSW-Geschäftsführer Ulrich Hocker.
Wer hingegen bereit ist, ein höheres Risiko einzugehen und Teile seines Ersparten zu verlieren, hat beispielsweise mit einem weltweit orientierten Indexfonds bessere Chancen. Hier ergibt sich aus dem angenommenen jährlichen Gewinn von 7,0 Prozent nach Abzug von 1 Prozent Fonds- und Depotkosten, Abgeltungssteuer und einer kalkulierten Inflationsrate von 2,0 Prozent eine reale Jahresrendite von 2,25 Prozent. So werden aus 1000 EUR nach 30 Jahren 1949 EUR.
In ihrer Studie untersuchten die Experten 21 Anlageklassen mit ernüchterndem Ergebnis. Die meisten Finanzprodukte sind für die private Altersvorsorge nicht geeignet. Dazu zählen Discountzertifikate, geschlossene Schiffs- und Immobilienfonds, Hedgefonds, einzelne Aktien und Bonuszertifikate.
Welches Produkt sich tatsächlich lohnen kann, ist abhängig von der Anlagedauer. Für kurzfristige Anlagen sind nur Rentenfonds in Euro-Staatsanleihen, Euro-Geldmarktfonds, deutsche Staatsanleihen, Garantiezertifikate und Tagesgeld uneingeschränkt empfehlenswert.
Wer sein Geld langfristig anlegen will, dem empfehlen die Experten Investments in Mischfonds mit 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Rentenpapieren. Hier sorgt die Risikostreuung für Sicherheit. Unter Umständen kommt auch eine Kapital-Lebensversicherung in Frage, allerdings nur für diejenigen, die tatsächlich eine Versicherung benötigen. Uneingeschränkt für alle Anlagezeiträume ist übrigens das selbst genutzte Eigenheim. Hier ergibt sich die Sicherheit aus dem hohen Nutzwert.
Auch das Magazin "Finanztest" hat die wichtigsten Sparanlagen für die Altersvorsorge jetzt erneut unter die Lupe genommen. Auch hier schneiden Bankprodukte mit Festzins nicht gut ab, und die Experten raten, nur einen kleinen Teil des Vermögens darin zu investieren.
Bei den Versicherungen wird die klassische private Rentenversicherung empfohlen, da sie ein lebenslanges Einkommen garantiert. Zu den am besten bewerteten Produkten bei Börseninvestments zählen auch hier Aktien- und Mischfonds. Allerdings sollte der Einstieg möglichst früh erfolgen. "Investmentfonds sind ein wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge", sagt Finanztest-Expertin Karin Baur. Ein Vorteil sei zudem, dass Anleger schon mit wenig Geld einsteigen könnten.
Für ältere Anleger ist immer die rechtzeitige Absicherung der erzielten Gewinne wichtig. Damit sollten sie am besten fünf bis acht Jahre beginnen, bevor das Geld benötigt wird. Umschichtungen lohnen sich auch dann, wenn die Börsenwerte über einige Jahre gut entwickelt haben. Dann eignen sich Festzinsanlagen als sicherer Hafen.
Angst vor dem Aktienmarkt sei unbegründet, denn selbst regelrechte Kurseinbrüche könnten wieder aufgeholt werden, betont Baur. Das sei nach dem "schwarzen Montag" 1987 und nach dem Platzen der New-Economy-Blase so gewesen. Auch die Kursverluste nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 sind ein Dreivierteljahr später teilweise wieder wettgemacht worden. apn
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www.dsw-info.de www.institut-va.de www.test.de
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16.03.2010
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