Erneuerbare Energien schaffen viele Jobs
Stuttgart. Grün-Rot will den Bau von Windkraftanlagen im Land erleichtern. Der Ausbau der regenerativen Energien werde mehr neue Jobs schaffen, als alte wegfallen. Davon sind Energie-Experten überzeugt.
Die grün-rote Landesregierung will Baden-Württemberg zum Vorzeigeland einer zukunftsfähigen Energieversorgung machen. Ihr Plan: Weg von der Atomenergie, hin zu Erneuerbaren, die bis 2020 einen deutliche höheren Beitrag zur Stromerzeugung leisten sollen als bisher. Bis 2020 sollen rund 10 Prozent des Strombedarf in Baden-Württemberg aus heimischer Windkraft stammen. Vor zwei Jahren wurden lediglich etwa 0,8 Prozent des Stroms durch Windräder erzeugt. Der Wandel hin zu regenerativen Energien wird nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch positive Auswirkungen auf die Beschäftigten in der Energiebranche haben.
Bei der Stromerzeugung mittels regenerativer Energien liegt Baden-Württemberg nahezu im Bundesdurchschnitt, bei den Beschäftigten deutlich unter dem Durchschnitt. Nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien habe die Branche rund 370 000 Beschäftigte, sie deckt etwa 17 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. In Baden-Württemberg liegt der Anteil an der Stromerzeugung bei 16,9 Prozent. Die Beschäftigtenzahl betrug im Jahr 2008 etwa 20 000, teilt das Stuttgarter Umweltministerium mit. Die Mitarbeiter verteilen sich auf Photovoltaik (8500), Windkraft (4000), Wasserkraft (1600) und Biomasse (5500).
"Wir sehen schon, dass der Bedarf an Beschäftigten steigt. Die erneuerbaren Energien sind eine große Chance für unser Bundesland, die Region der Tüftler und Erfinder", sagte ein Sprecher von Umweltminister Franz Untersteller. Seit Jahren ist Baden-Württemberg mit fast einem Drittel aller Patentanmeldungen Spitzenreiter in Deutschland. Anmeldungen mit umweltrelevanten Aspekten gibt es dabei in fast allen Gebieten der Technik.
Die Anzahl der Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche ist im Land von etwa 2500 im Jahr 2009 auf rund 3100 in 2010 gestiegen. Und die neuen Firmen haben Arbeitsplätze geschaffen. "Tendenziell wird der Anstieg bei den Beschäftigten weitergehen", prognostiziert Peter Bickel, zuständig für das Thema Beschäftigungseffekte in den Erneuerbaren Energien im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).
Bundesweit sollen bis 2020 zwischen 80 000 und 180 000 neue Stellen durch die erneuerbaren Energien entstehen. "Baden-Württemberg wird einen guten Anteil daran haben", meint Bickel.
Eine steigende Nachfrage wird es nach Meinung von Bickel vor allem an Ingenieuren und Facharbeitern geben. "Insgesamt schafft die Branche qualifizierte Jobs." Entstehen werden die Arbeitsplätze nach seiner Meinung vor allem bei Zulieferern: Häufig stammen Getriebe für Windräder aus Baden-Württemberg. Im Bereich der Photovoltaik ist der Südwesten ganz vorne dabei, wenn es um die Entwicklung und Herstellung von Anlagen geht, mit denen Solarmodule produziert werden oder bei Wechselrichtern. Solche werden an jeder Solaranlage gebraucht: Sie wandeln Gleich- in netzkonformen Wechselstrom um. "Nach unseren Berechnungen entstehen durch erneuerbare Energien mehr Arbeitsplätze, als in der konventionellen Energieerzeugung wegfallen, etwa in Atom- oder Kohlekraftwerken", sagt Bickel.
Nach Angaben von Umweltminister Untersteller soll ein neues Landesplanungsgesetz der Energiewende einen Schub geben. Das soll für mehr und schnellere Genehmigungsverfahren für Windräder sorgen. "Mit einer Novelle beenden wir die jahrelange Blockade bei der Windkraft im Lande." Ohne einen kräftigen Ausbau dieser Energieform sei die Energiewende nicht zu schaffen. Beim Ausbau der Windenergie steht der Südwesten im Ländervergleich ganz hinten. Mitte 2012 soll die Novelle in Kraft treten.
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Autor: PETER ILG | 10.02.2012
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Die Windräder auf dem Schauinsland zählen zu den ältesten Windkraftanlagen im Südwesten. Foto: dpa
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Kommentare (1)
schaftt Jobs und vernichtet andere
Wieviele Jobs gehen gehen durch die erneuerbaren Energien eigentlich verloren? Schließlich wird kein neues Produkt produziert. Was nützt es einem, wenn jeder Arbeitsplatz z.B. in der Soalrbranche, mit 250.000 Euro subventioniert ist. Bei freier Marktwirtschaft, bzw. ohne die massive Subventionierung wären diese Jobs schon längst weg. Die Pleiten der Solarfirmen in den letzten Wochen sind wohl auch ein Beweis dafür, dass selbst diese horrenden Subventionszahlungen nichts bringen.