Deutscher Automarkt bricht ein
Hamburg/Brüssel. Während im Ausland das Geschäft der Autobauer brummte, brach in Deutschland im Februar der Markt deutlich ein. Schuld ist die Abwrackprämie, die 2009 im Inland den Absatz angekurbelt hatte und im Ausland das Geschäft noch immer beflügelt.
Die Nachfrage nach Neuwagen zog im Februar auf wichtigen Auslandsmärkten wie China, Japan und den USA deutlich an, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag mitteilte. In Deutschland brach die Nachfrage um fast 30 Prozent gegenüber dem durch die Abwrackprämie gestärkten Februar 2009 ein.
Der Absatz in den westeuropäischen Ländern stieg im Februar um 5,0 Prozent auf rund 949 000 Autos, ohne den deutschen Markt sogar um ein Fünftel. In Europa wurden im Februar etwas mehr als eine Million Autos verkauft - 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der VDA berichtete. In den ersten beiden Monaten des Jahres stieg der Absatz um 8,1 Prozent auf knapp 2,09 Millionen Neuwagen.
Dabei legten Märkte wie Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien mit zweistelligen Zuwachsraten zu. In den neuen EU-Ländern gingen die Neuwagenkäufe im Februar dagegen um 22 Prozent zurück, im bisherigen Jahresverlauf um 23 Prozent. In Russland blieb die Nachfrage schwach - der Absatz sank um fast 32 Prozent auf knapp 92 000 Neuwagen. Seit Anfang März soll eine Abwrackprämie die Nachfrage beleben - allerdings nur nach in Russland gefertigten Neuwagen.
In Frankreich und Großbritannien wurden Neuwagenkäufe auch im Februar 2010 noch staatlich subventioniert. In Italien wirkt nach Zählung des europäischen Verbandes der Automobilhersteller ACEA in Brüssel die zum Jahresende ausgelaufene Abwrackprämie noch nach. Hier wurden wie schon im Vormonat mehr Autos verkauft als in Deutschland. Der Absatz in Italien stieg danach im Februar um rund ein Fünftel auf 200 560. In Frankreich, wo der Pkw-Markt noch bis Ende des Jahres gestützt wird, legte der Absatz um 18 Prozent auf 180 535 Stück zu.
Der US-Markt blieb im Februar auf Erholungskurs, betont der VDA: Der Absatz stieg um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf gut 778 000 Autos. In den ersten beiden Monaten 2010 legten die Verkäufe um 10 Prozent auf rund 1,5 Millionen Fahrzeuge zu. In Japan stiegen die Neuzulassungen im Februar um mehr als ein Fünftel auf 395 600 Autos.
Massiv legte China nach schwachen Vorjahresergebnissen zu: Dort wurden in dem Monat fast 718 600 Autos verkauft - 51,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn wuchs der chinesische Automarkt damit nach VDA-Angaben um gut 85 Prozent auf fast 1,8 Millionen Autos.
Der Volkswagen-Konzern konnte nach ACEA-Angaben trotz leichter Einbußen seine Spitzenposition behaupten. Der Marktanteil sank von 21,7 Prozent auf 20,6 Prozent. Deutlich weniger Autos als im Vorjahr konnte der angeschlagene deutsche Autohersteller Opel verkaufen. Zusammen mit der Schwestermarke Vauxhall lag der Marktanteil der GM- Tochter nur noch bei 6,7 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr.
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16.03.2010
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Neue Autos von Volkswagen im Hafen von Hamburg.
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