Daimler-Belegschaft profitiert von gutem Ergebnis

Stuttgart.  Der Stuttgarter Daimler-Konzern hat im vergangenen Jahr eine Rekordbilanz eingefahren. Davon profitieren nicht nur die Aktionäre, auch die Mitarbeiter in Deutschland bekommen ein Stück vom Kuchen ab.

Wie oft Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche gestern Begriffe wie "Rekord", "Wachstum", "stärkste Marke", "Spitzenposition" in den Mund genommen hat, hat wohl niemand gezählt. Sehr oft jedenfalls, das steht fest. Kein Wunder, lautete doch die Botschaft: "Wir hatten uns 2011 viel vorgenommen - und wir haben es mehr als erreicht. Das Jubiläumsjahr des Automobils war auch ein weiteres Erfolgsjahr für Daimler." Bei Umsatz, Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) und dem Konzerngewinn verbuchte der Stuttgarter Autobauer "die jeweils besten Werte in der Geschichte des Unternehmens".

Davon profitieren auch die Belegschaft und die Aktionäre. Letztere erhalten eine Dividende von 2,20 EUR und somit 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Die rund 125 000 bezugsberechtigten Mitarbeiter in Deutschland werden mit je 4100 EUR am guten Ergebnis beteiligt. Ob auch nächstes Jahr etwas für sie herausspringt, ist offen. Aber immerhin strebt Daimler für 2012 "ein Ebit aus dem laufenden Geschäft an, das auf dem hohen Niveau des Vorjahres liegt", sagte Zetsche.

Die Schuldenkrise und die damit verbundenen Risiken für die konjunkturelle Entwicklung haben die Stuttgarter durchaus im Blick. Doch auf dem weltweiten Fahrzeugmarkt sehen sie weiterhin gute Perspektiven. Auf die einzelnen Sparten verteilt, bedeutet das:

Autos: "Bei Mercedes Benz Cars streben wir einen weiteren Absatzrekord an, gestützt insbesondere auf China, die übrigen Bric-Staaten und die USA." Die "übrigen Bric-Staaten" sind Brasilien, Russland und Indien. 2011 hat die Sparte mit 1,38 Mio. verkauften Fahrzeugen einen Rekord aufgestellt und mit 57,4 Mrd. EUR im Vorjahresvergleich 7 Prozent mehr zum Konzernumsatz beigetragen. Das Ebit stieg um 12 Prozent auf 5,2 Mrd. EUR.

Die Weichen stehen weiter auf Wachstum: "Insgesamt bringen wir 2012 sechs neue Mercedes-Modelle auf den Markt." Dazu zählen die neue A-Klasse, die auch Jüngere ansprechen soll, sowie das neue SL Cabrio, das schon auf dem US- Autosalon in Detroit präsentiert wurde. Auch die Geländewagen-Familie wird überarbeitet, zu den neuen SUV-Modellen gehört der GLK, die G-Klasse und der neue GL.

Die Schadstoffemission der Pkw-Flotte in Europa soll weiter sinken. "Neben hocheffizienten Verbrennungsmotoren wie in unserer B-Klasse stehen in diesem Jahr vor allem Hybrid- und Elektroantriebe im Mittelpunkt." Im Sommer kommt etwa der E 300 Bluetec Hybrid auf den Markt, der "mit einem Verbrauch von 4,2 Litern auf 100 Kilometern die sparsamste Oberklasse-Limousine der Welt" sei.

Lastwagen: "Auch hier ist das Ziel die oberste Stufe des Treppchens." Die Sparte steigerte 2011 den Absatz um 20 Prozent auf 425 756 Einheiten, den Umsatz um 20 Prozent auf 28,7 Mrd. EUR und das Ebit um 41 Prozent auf 1,8 Mrd. EUR. Die Lkw sollen umweltfreundlicher werden. Der neue Actros erfülle bereits die Euro-VI-Norm, "mehr als zwei Jahre vor deren Inkrafttreten".

Der Fuso Canter Eco Hybrid sei "einer der saubersten Leicht-Lkw überhaupt in Europa". In Indien will Daimler mit dem ersten Lkw der Marke "Bharat Benz" punkten. Gebaut wird er vor Ort. In China setzen die Schwaben auf ein Joint-Venture mit Foton. Die Trucks für China laufen unter "Auman". Auch in Brasilien will Daimler wachsen.

Transporter: Die Sparte steigerte 2011 den Umsatz um 17 Prozent auf 9,17 Mrd. EUR, das Ebit um 85 Prozent auf 835 Mio. EUR und den Absatz um 18 Prozent auf 264 193 Einheiten. Im April kommt der neue Mercedes-Benz Citan auf den Markt. Es ist das erste Fahrzeug aus der Kooperation mit Renault-Nissan, das in Serie geht. Bis 2015 will Daimler mehr als 400 000 Transporter verkaufen, lautet Zetsches Ziel.


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Autor: KAREN EMLER | 10.02.2012

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