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Bruchlandung in Berlin

Die Pannenstory um den Hauptstadt-Flughafen ist um ein Kapitel reicher: Aufsichtsratschef Klaus Wowereit nimmt seinen Hut. Für ihn kommt Matthias Platzeck. Wann der Airport öffnet, steht in den Sternen.

PETER GÄRTNER UND DPA | 0 Meinungen

Still ruht der BER. Seit Mai letzten Jahres passiert auf der Großbaubaustelle des künftigen Airports Berlin Brandenburg so gut wie nichts mehr.

Dafür passiert nun auf dem politischen Parkett umso mehr. Angesichts des neuen Debakels um den Hauptstadtflughafen zieht sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) von der Aufsichtsratsspitze der Betreibergesellschaft zurück. Nachfolger wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Damit zog Wowereit gestern die Konsequenzen aus der mittlerweile vierten Verschiebung der Inbetriebnahme des Airports.

Auch die Tage von Flughafenchef Rainer Schwarz dürften gezählt sein. Wowereit erwartet, dass auf der Aufsichtsratssitzung am 16. Januar ein Antrag zu dessen Ablösung gestellt wird. Einen neuen Eröffnungstermin nannte Wowereit nicht. Er stellte aber klar, dass er als Regierender Bürgermeister von Berlin im Amt bleiben wolle.

Der erneut geplatzte Starttermin hatte die Verantwortlichen in ein Desaster gestürzt: Sicher scheint nur, dass der Airport vor 2014 nicht eröffnet wird. "Die Lage um den Flughafen ist ernst", hatte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums zuvor gesagt. Er bekräftigte, dass Ressortchef Peter Ramsauer (CSU) kein Vertrauen mehr zu Flughafenchef Schwarz habe.

Eigentlich sollten die Arbeiten Mitte November in vollem Umfang wieder aufgenommen werden. So hatte es jedenfalls der seit Sommer amtierende Technik-Chef Horst Amann angekündigt. Dies hatte der vom Frankfurter Flughafen weggelotste Tiefbauexperte und Hoffnungsträger als Voraussetzung für den zuletzt geplanten Eröffnungstermin am 27.Oktober dieses Jahres genannt. Doch tatsächlich verlieren sich derzeit bestenfalls 300 Arbeiter auf dem riesigen Gelände.

In der Hauptstadt rechnet man frühestens 2014 damit, dass der BER den Betrieb aufnimmt. Denn die technische Leitung ist bis heute mit der Aufarbeitung alter Baufehler insbesondere beim Brandschutz beschäftigt. Immer deutlicher zeigt sich auf der Baustelle des Schreckens, dass viele Anlagen für Entrauchung und Frischluftzufuhr nicht nach den ursprünglich genehmigten Plänen installiert wurden. Die Bauaufsichtsbehörde des brandenburgischen Landkreises Dahme-Spree mahnte Ende Dezember noch einmal die Flughafengesellschaft: Der zuständige Beamte habe vermerkt, er werde sich nicht "verbiegen, um den Murks zur Genehmigung zu führen".

Das größte Hindernis für eine Eröffnung bleibt aber offenbar die zentrale Steuerung des Entrauchungs- und Frischluftzufuhr-Systems"Sämtliche Verantwortliche haben offenbar den Überblick verloren", erklärte gestern Oppositionsführerin Ramona Pop (Grüne) entsetzt. "Der Schaden für die Stadt ist immens."

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