Babynahrung erobert Welt der Erwachsenen

Pfaffenhofen a.d. Ilm.  Vor 50 Jahren kam das erste Gläschen mit Hipp-Babynahrung auf den Markt. Über mangelnde Nachfrage kann Hipp bis heute nicht klagen.

In Deutschland werden immer weniger Babys geboren - jetzt setzt der Babynahrungshersteller Hipp auf Erwachsene. "Wir haben früher mal doppelt so viele Geburten gehabt - das merkt man natürlich", sagte Unternehmenschef Claus Hipp bei einem Pressegspräch im oberbayerischen Pfaffenhofen. "In unserer Gesellschaft, die immer älter wird, wird Babynahrung auch im Erwachsenenbereich eine Zukunft haben".

Besonders junge Frauen und ältere Menschen griffen heute oft zum berühmten Gläschen, das am 1. Juli 2010 seinen 50. Geburtstag feiert. Jedes vierte Obst-Gläschen werde inzwischen von einem Erwachsenen geleert, sagte Hipp.

Vor allem junge Mütter versuchten, mit der nach Unternehmensangaben kalorienarmen Nahrung ihrer Kinder nach der Geburt Gewicht zu verlieren. Ältere Menschen vertrügen den Babybrei oft besser als herkömmliches Essen. Extra um die ältere Kundschaft werben will das Unternehmen aber nicht. "Wir wollen bei unserem Baby-Image bleiben." Rund 500 Mio. EUR Umsatz machte Hipp im vergangenen Jahr - das waren 90 Mio. EUR mehr als 2008. Etwa die Hälfte davon erwirtschaftete Hipp auf den stark wachsenden Auslandsmärkten. "Wir wachsen vor allem im europäischen Ausland und in den Ländern des ehemaligen Ostblocks." In Deutschland liegt der Marktanteil bei Babykost und -getränken nach Unternehmensangaben bei etwa 66 Prozent.

Neben Deutschland produziert das Unternehmen in Kroatien, Österreich, Ungarn und der Ukraine. Am 1. April soll ein Werk in Russland eröffnet werden. In Ungarn essen Kinder am liebsten pürierten Kürbis, während in Deutschland Karottenbrei der Renner ist.

Hipp kritisierte seiner Ansicht nach überzogene Regulierungen wie die von der EU ursprünglich geplante Lebensmittel-Ampel und Lebensmitteltests, die mit "willkürlichen Kriterien" falsche Ergebnisse erzielten. Die Zeitschrift "Öko-Test" hatte Ende Februar krebserregende Stoffe in Baby-Gläschen - auch von Hipp - gefunden. Hipp wies den Bericht zurück. Seine Produkte seien nicht gesundheitsgefährdend. dpa


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20.03.2010

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