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BASF verzichtet auf neue Gen-Kartoffeln

Umweltschützer atmen auf: Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF will keine neuen gentechnisch veränderten Kartoffelsorten auf den Markt bringen. Der Antrag auf Zulassung in der EU wird zurückgezogen.

Autor: AFP/KER |
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Der deutsche Chemiekonzern BASF gibt die Hoffnung auf die Einführung weiterer Gen-Kartoffelsorten in der Europäischen Union auf. Die "europäischen Zulassungsprozesse für die Kartoffelprojekte Fortuna, Amadea und Modena" werden gestoppt, teilte der Konzern am Stammsitz Ludwigshafen mit.

Mit der Entscheidung zieht der deutsche Chemie-Riese einen Schlussstrich unter seine Bemühungen, neben der Gen-Kartoffel Amflora für weitere Sorten eine Zulassung in der EU zu erhalten. Weitere Investitionen könnten "aufgrund der Unwägbarkeiten im regulatorischen Umfeld und drohenden Feldzerstörungen nicht gerechtfertigt werden", begründete der Konzern den Schritt.

Der ehemalige BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht hatte in einem Interview mit unserer Zeitung 2009 die Debatte um mögliche Gefahren so kommentiert: "Wenn man mich nach der Sicherheit fragt, muss ich als Naturwissenschaftler sagen: Es gibt immer Restrisiken, aber das gilt auch für alltägliche Dinge wie Auto- oder Fahrradfahrer."

Wegen der breiten Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft in Europa hatte der BASF-Konzern die Sparte BASF Plant Science vor einem Jahr komplett in die USA verlagert. Zuvor war bereits die Forschung zu diesem Thema mehr und mehr in die Staaten abgewandert. "Dort gibt es zwar auch harte Genehmigungsverfahren. Aber die Amerikaner gehen offener mit dem Thema um, sie sind nicht so stark ideologisiert", hatte Hambrecht den Schritt damals begründet.

Im vergangenen Jahr stoppte das Unternehmen auch die Entwicklung und den Verkauf aller Produkte, die allein für den europäischen Markt gedacht waren. Das betraf neben den gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln Amflora, Amadea und Modena auch die gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Kartoffel Fortuna.

Die Umweltschutzorganisation BUND begrüßte, dass BASF jetzt auch die Zulassungsverfahren stoppt. "Mit einem Jahr Verspätung ist die Vernunft in den Vorstandsetagen eingekehrt", sagte die BUND-Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer. Der Einsatz Gentechnik werde von den Verbrauchern nicht akzeptiert.

Gentechnik-Expertin Mute Schimpf von der Umweltschutzorganisation Friends of the Earth Europe in Brüssel fordert andere Unternehmen auf, dem Beispiel von BASF zu folgen und ihre Genpflanzen aus Europa zurückzuziehen.

Während Stärkekartoffeln wie Amflora, Amadea und Modena für die industrielle Verarbeitung entwickelt wurden, ist Fortuna als Speisekartoffel gedacht. Amflora war im Jahr 2010 nach einem 13-jährigen Verfahren von der Europäischen Union für den Anbau zugelassen worden. Wegen starker Proteste wird sie aber in Deutschland nach wie vor kaum angebaut.

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