BA-Streiks haben weniger Folgen als erwartet

London.  Alle hatten sich auf Turbulenzen eingestellt - doch auch am zweiten Tag der Streiks bei der britischen Gesellschaft British Airways (BA) lief der Flugverkehr besser als erwartet.

Zwar fielen am Sonntag einige Flüge aus und Passagiere mussten Wartezeiten hinnehmen. Insgesamt gab es an den Flughäfen aber kein größeren Probleme. Der Streik des Kabinenpersonals soll noch bis zum Montag dauern. Vom 27. März an sind dann vier weitere Streiktage angesetzt. Die Flugpläne für diese Zeit will BA voraussichtlich an diesem Montag ankündigen.

Da der Streit um Sparmaßnahmen beim Kabinenpersonal bereits seit langem läuft, hatte sich BA mit Notfallplänen vorbereitet und sogar Maschinen von Konkurrenten wie etwa dem Billigflieger Ryanair gechartert. Zusätzliches Personal war organisiert worden. Allerdings sollen der Gesellschaft bereits Millionenschäden entstanden sein, weil Passagiere Flüge stornierten oder gleich bei anderen Linien buchten. Auch am Dienstag und Mittwoch könnten noch Probleme auftreten, weil die Flugpläne durcheinandergeraten sind. Experten befürchten deshalb einen hohen Image-Verlust für BA.

Begleitet wurden die Streiks von heftigen verbalen Auseinandersetzungen und wechselnden Informationen: Die Gewerkschaft Unite behauptete, 80 Prozent ihrer 12 000 Mitglieder beteiligten sich an dem Streik und vor allem am Flughafen London Heathrow ständen zahlreiche Maschinen leer auf dem Rollfeld. BA betonte hingegen, es seien viel mehr Mitarbeiter zur Arbeit gekommen als erwartet und es könnten sogar mehr Flüge starten als ursprünglich vorgesehen. An einem regulären Werktag befördert BA nach eigenen Angaben rund 75 000 Passagiere. Am Samstag seien es weit über 40 000 gewesen.

Gleichzeitig ist eine Diskussion um die gesellschaftliche Rolle der Gewerkschaften in Großbritannien ausgebrochen, da es in der Bevölkerung vergleichsweise wenig Zuspruch für die BA-Mitarbeiter gibt. Der Streit bei BA dauert bereits Monate, es geht um Kürzungen beim Lohn und schlechtere Arbeitsbedingungen. Die angeschlagene Gesellschaft hat sich ein Sparprogramm verordnet. Sie hatte in den neun Monaten bis Ende Dezember einen Verlust von 245 Millionen Pfund (271 Mio Euro) verbucht. Reisende können sich im Internet informieren, ob sie von Flugausfällen betroffen sind.

dpaq.de/85tAA - dpaq.de/bv3qW)


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21.03.2010

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