Zeit für Hobbys fehlt

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Laut Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, ist die Kindheit heute anstrengender als noch vor 30 Jahren.

Ist die Schule mit mehr Stress verbunden als früher? Ja. Wir erleben durch die verkürzte Gymnasialzeit, dass Schüler das gestrichene Jahr nicht einfach kompensieren können. Sie werden durch Lehrer angehalten, noch mehr für die Schule zu tun. Trotz Ganztagsschule hat die Zeit für Hausaufgaben und das Vorbereiten für Arbeiten nicht abgenommen.

Fehlt Zeit für Hobbys?

Kinder wünschen sich nach wie vor am meisten, ihre Freunde zu treffen und draußen zu spielen. Aber dafür bleiben inzwischen nur noch 15 Stunden in der Woche übrig. Das ist wenig. Das ist schade, da Kinder dabei soziale Kompetenzen lernen.

Ändert das alles etwas am Verhalten von Kindern?

Kinder erfahren heute ganz ähnliche Dinge wie Erwachsene: Sie bewegen sich in vielen Netzwerken, in realen, aber auch im Netz bei Facebook oder Youtube. Und es fehlt ihnen die Zeit, das alles zu verarbeiten. Also auch mal zu träumen oder Gedanken nachzuhängen. Dadurch entsteht Stress.

Es ist viel von Mobbing an Schulen die Rede. Noch mehr Stress?

Jedes vierte Kind berichtet, dass es online schon Opfer von Cybermobbing geworden ist - also von Hänseleien im Netz oder per Handy. Das macht vielen Angst, da sie oft gar nicht wissen, von wem die Attacke ausgeht. Kinder filmen auch Gewalttaten und stellen sie ins Netz. Für die Opfer wird das Erlebte dadurch noch verstärkt.

Was vermissen Kinder?

Viele sind auf der Suche nach Antworten, vor allem bei den Themen Gewalt, Drogen und Sexualität. Unsere Umfragen zeigen, dass sie diese Antworten auch in der Schule haben wollen. Aber die Schulen tun sich schwer. Es fehlt oft an Fortbildungen für Lehrer. Und es fehlt auch die Zeit, Fragen oder Konflikte in der Klassengemeinschaft aufzuarbeiten.

Ist es heute anstrenger, Kind zu sein, als vor 30 Jahren?

Kinder sind Teil unserer Gesellschaft. Wir alle erleben wachsenden Druck, fühlen uns als Teil eines Räderwerks, in dem wir immer früher dafür verantwortlich sind, was aus uns wird. Das schafft mehr Verunsicherung, auch bei Kindern. dpa

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