William und Kate : Disneyland-Hysterie in Neuseeland

William, Kate und Baby George haben auf ihrer Reise durch Neuseeland einen guten Job gemacht. Die Charme-Offensive der drei Royals hat gefruchtet.

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Strahlender Empfang für Kate in Christchurch.  Foto: 

Kleine Prinzessinnen in pink- und lilafarbenen Tüllröckchen, goldenen Ballerinas und mit Pappkrone oder Plastik-Tiara im Haar. Kreischende Teenager, die in Tränen ausbrechen, wenn der echte Prinz aus dem fernen Land "Hallo" sagt und sie fragt, wie es ihnen geht. Fähnchenschwenkende Großmütter, deren Herzen vor Aufregung fast zerspringen, wenn die wunderschöne Frau mit den langen, braunen Haaren und den alle paar Stunden wechselnden bunten Kleidern ihre Hand schüttelt. Es war pure Disneyland-Hysterie, die das britische Thronfolger-Paar Nummer zwei, William und Kate, auf seinem zehntägigen Staatsbesuch in Neuseeland ausgelöst hat - in einer Bandbreite von blutjung bis uralt, von der Pop- und Rockstars nur träumen können.

Selbst zahlreiche eingefleischte Republikaner, die die Abschaffung der konstitutionellen Monarchie fordern, finden alles plötzlich nicht mehr so furchtbar. Man freundete sich nach den Triumphmärschen der bezaubernden jungen Royals, vorbei an den stundenlang hinter Absperrgittern harrenden Untertanen, mit der Aussicht an, auch in den nächsten hundert Jahren dem Herrscherpaar des britischen Königshauses als offiziellem Staatsoberhaupt zu huldigen.

Die in Christchurch erscheinende Tageszeitung "The Press" schrieb nach dem Besuch des Herzogspaars von Cambridge, der den Menschen in der Erdbebenstadt mitfühlende und - wie beim Cricketspiel am Latimer Square - lustige Momente bescherte, dass es mehr denn je wahrscheinlich sei, dass eines Tages König George Herrscher von Neuseeland sein werde. Die über die Royals ausgeschüttete hingebungsvolle Liebe der Neuseeländer brachte denselben die Erkenntnis, dass die von der Erbfolge bestimmte Monarchie Werte repräsentiert, die gewählten und ständig wechselnden Volksvertretern abgehen: Kontinuität, Sicherheit und Stabilität.

Die Frage ist nun, ob sich die Australier von William, Kate und George, die am Dienstag nach Sydney weitergereist sind, ebenso spielerisch leicht einlullen und zurückgewinnen lassen wie die 4,3 Millionen Neuseeländer, für die jeder königliche Besuch wesentlich billiger ist als eine weltweite Tourismus-Werbekampagne. Das Bedürfnis der 23 Millionen Australier, sich von der ehemaligen Kolonialmacht am anderen Ende der Welt zu lösen war schon immer größer als das des kleinen Nachbarn.

Aber vor dem Besuch in Neuseeland sagte auch noch jeder Bürger, es sei nur eine Frage der Zeit, wann sich die Nation gegen die Monarchie entscheiden würde. Niemand dachte dabei an eine Größenordnung von hundert Jahren. William und Kate haben dies mit ihrer Charme-Offensive innerhalb von zehn Tagen gründlich geändert.

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