Wie sich ein Haus schützen lässt

|

Vollständig lässt sich ein Haus kaum gegen Hochwasser schützen, sagt Prof. Oliver Fischer vom Lehrstuhl für Massivbau an der Technischen Universität München. Allerdings lohnten sich gerade bei Neubauten in gefährdetem Gebiet bauliche Schutzmaßnahmen. Für sie gelte: "Den Keller können wir wasserdicht machen." Dazu würden Abdichtungsbahnen oder wasserdichter Beton eingesetzt, die verhindern, dass erhöhtes Grundwasser eindringt. "Aber das kostet, und deshalb verzichten viele Hausbesitzer darauf", sagt Fischer.

Schwachstellen gibt es auch dann noch, wenn der Keller abgedichtet ist und zusätzlich spezielle Ventile in den Leitungen eindringendes Wasser durch Rückstau verhindern - an den Öffnungen für Abwasser- oder Frischwasserleitungen etwa. Bei Altbauten sei das Abdichten des Kellers im Nachhinein "eigentlich nicht machbar".

Noch ernster wird es, wenn das Wasser höher steigt und das Erdgeschoss erreicht. Dann kann es durch Türen und Fenster ins Innere fließen, denn die halten laut Fischer in der Regel höherem Druck nicht stand. Dichte Fenster und Türen wären zwar technisch möglich, aber ebenfalls sehr teuer. Fischer sagt: "Das ist meistens nicht sinnvoll." Deshalb müssen sich Betroffene mit Sandsäcken oder mobilen Wänden behelfen, die nur mäßig dicht halten. Ein Trost: "Dem intakten Mauerwerk und Beton macht das Wasser nicht viel aus", sagt Fischer.

Selbst ein vollständig abgedichtetes Gebäude kann bei Hochwasser in Schwierigkeiten geraten. Fischer erklärt: "Das Gebäude könnte sich vom Grund lösen und schwimmen." Genau das geschah beim Rheinhochwasser im Jahr 1993 mit dem Schürmannbau, einem Bonner Bürohaus, dessen Rohbau so zerstört wurde.

Länder fordern mehr Geld
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoffen und Bangen vor dem Prozess gegen Mesale Tolu

Am Montag entscheidet sich, ob die Journalistin frei kommt. Die Familie ist optimistisch. Diplomaten und Prominente verfolgen die Verhandlung im Istanbuler Justizpalast. weiter lesen