Wie der Internationale Frauentag weltweit gefeiert wird

Seit mehr als 100 Jahren gehen Frauen am 8. März weltweit für ihre Rechte auf die Straße. In Europa verbinden viele den Tag mit roten Nelken. Eine Übersicht zeigt, wie wo gefeiert wird.

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Polnische Frauenrechtlerinnen und männliche Unterstützer bei einer Kundgebung in Warschau. Die Frau im Vordergrund macht mit Seifenblasen aufmerksam. Foto: afp

Deutschland: Vor allem in den neuen Bundesländern wird der Internationale Frauentag mit roten Nelken verbunden. Zu DDR-Zeiten war er eine sozialistische Veranstaltung. Im Mittelpunkt standen weniger politische Forderungen als das gemeinsame Feiern. Verdiente Kolleginnen wurden von einem meist männlichen Mitglied der Betriebsführung ausgezeichnet.

Die Feministinnen der Bundesrepublik hingegen sahen den Frauentag der Ostblockstaaten kritisch: "In den 1970er Jahren kannten wir keinen 8. März", schrieb "Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer 2010 über den ihrer Meinung nach "sozialistischen Muttertag". Frauen hätten sich in der DDR mit Kuchen, Nelken und "billigem Parfüm" abspeisen lassen. In die Chefetagen seien nur Männer aufgestiegen.

Italien: In Italien werden meist gelbe Mimosen verschenkt. Die Blumenwahl geht zurück auf drei Widerstandskämpferinnen während der Herrschaft der Faschisten, die diese als ihr Symbol wählten. Seitdem gilt in Italien die gelbe Mimose als Zeichen für die Befreiung der Frauen von männlicher Unterdrückung.

Indien: Bislang spielte der Weltfrauentag in Indien keine besonders große Rolle. Das könnte sich nach der tödlich endenden Vergewaltigung einer 23 Jahre alten Inderin im vergangenen Dezember ändern. Zahlreiche Frauengruppen planen große Protestmärsche und Versammlungen, allein in der Hauptstadt Neu-Delhi werden 20 000 Teilnehmer erwartet. Viele Inderinnen fordern, es müsse Schluss sein mit der Gewalt gegen Frauen und die patriarchalische Gesellschaft müsse sich ändern.

Russland: Hier ist der Weltfrauentag seit 1913 einer der wichtigsten Termine. Seit der Oktoberrevolution 1917 ist er offizieller Feiertag. In der Sowjetunion hatte er sozialistischen Charakter. Im heutigen Russland werden in einer Mischung aus Valentins- und Muttertag nicht nur Ehefrauen und Mütter, sondern auch Arbeitskolleginnen mit Pralinen, Parfüm und Schmuck bedacht.

China: Wie in Madagaskar und Nepal ist in China der 8. März ein Feiertag allein für Frauen. In chinesischen Staatsbetrieben bekommen sie häufig den halben Tag frei, manchmal verteilen die Unternehmen auch kleine Aufmerksamkeiten. In privaten Firmen und in Großstädten werden diese beiden Traditionen allerdings nur noch selten gepflegt.

Äthiopien: Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern kämpfen die Frauen in Äthiopien seit langem um Gleichberechtigung. Viele Organisationen rufen zu Initiativen und Aktionen auf, um die vielfältigen Probleme wie weibliche Genitalbeschneidung, Kinderhochzeit, HIV/Aids, Gewalt gegen Frauen und Müttersterblichkeit wegen mangelnder Gesundheitsversorgung ins Zentrum der Weltöffentlichkeit zu rücken.

Polen: Der "sozialistische Feiertag" mit roten Nelken hat schon in den 80er Jahren an Popularität verloren - Blumen wurden mehr und mehr am Valentinstag verschenkt. Heute erhalten Frauen und Schulmädchen nur von den eher galanten und etwas altmodischen Männern und Klassenkameraden noch kleine Präsente und Blumensträuße.

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