Weniger Zweiradunfälle

Die Zahl der tödlich verunglückten Zweiradfahrer in Deutschland ist vergangenes Jahr mit 995 auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen. In Baden-Württemberg allerdings stieg die Zahl der Todesopfer.

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So viele Zweiradfahrer- und mitfahrer starben im vergangenen Jahr bei Unfällen  Foto: 

Appelle an die Adresse rasender Motorradfahrer und rücksichtsloser Radler: Unfallforscher mahnen zu Beginn der Saison zur Umsicht. Zwar sind 2013 bundesweit so wenig Motorrad- und Radfahrer tödlich verunglückt wie seit mehr als 30 Jahren nicht. Inge Vorndran vom Statistischen Bundesamt mahnt aber, die Zahl der Unfälle sei "stark von der Witterung beeinflusst". Vor allem das verregnete Frühjahr 2013 habe dazu geführt, dass es weniger schwere Unfälle gab - das könnte in diesem bisher eher freundlichen Frühjahr ganz anders kommen.

Allein in Baden-Württemberg sind dieses Jahr bereits 19 Motorradfahrer ums Leben gekommen. Bis Ende März seien es bereits doppelt so viele gewesen wie im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Innenministerium mit. Im gesamten Jahr 2013 sind in Baden-Württemberg insgesamt 85 Biker tödlich verunglückt, das waren knapp zwölf Prozent mehr als Jahr davor.

Motorradfahrer: Bundesweit ist die Zahl der Motorradfahrer und -mitfahrer, die bei Unfällen verletzt wurden oder ums Leben kamen, seit 1979 gesunken. Mehr als die Hälfte der schweren Unfälle mit Motorradfahrern werden von diesen selbst verursacht. Mehr als ein Drittel aller an schweren Unfällen beteiligten Motorradfahrer war zu schnell gefahren. Zweithäufigstes Fehlverhalten: zu dichtes Auffahren.

"Je schneller und leichter die Maschine, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls", sagt der Unfallforscher Siegfried Brockmann. Risikogruppen seien vor allem junge Leute und Späteinsteiger. Viele Fahrer unterschätzten beim Saisonstart die körperliche Herausforderung, sagt Carla Bormann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Radfahrer: Schwere Unfälle mit Radfahrern sind deutlich häufiger als mit Motorrädern. Seit 1979 sind zwar weniger Radfahrer tödlich verunglückt, es wurden aber mehr verletzt. Allerdings fahren auch viel mehr Leute Rad. Rund 45 Prozent der schweren Unfälle verursachen die Radler selbst. Besonders oft fahren sie in die falsche Richtung - damit rechnen andere nicht.

"Die meisten schweren oder tödlichen Unfälle mit Fahrradfahrern passieren an Kreuzungen und Einmündungen", sagt Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Eine besondere Gefahr: Rechtsabbiegen. "Viele Autofahrer vernachlässigen den Schulterblick, und viele Radfahrer unterschätzen den toten Winkel."

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