Was kommt, was bleibt

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  • Canadian Tuxedo: Jeanshose und -jacke in Kombination gelten als so genannter „kanadischer Smoking“, ein moderner Hosenanzug für Frauen.  1/4
    Canadian Tuxedo: Jeanshose und -jacke in Kombination gelten als so genannter „kanadischer Smoking“, ein moderner Hosenanzug für Frauen. Foto: 
  • Der Metallic-Look bleibt im Herbst und Winter noch erhalten. Gerade Röcke werden dazu gerne aus Kunststoffmaterialien gefertigt.  2/4
    Der Metallic-Look bleibt im Herbst und Winter noch erhalten. Gerade Röcke werden dazu gerne aus Kunststoffmaterialien gefertigt. Foto: 
  • Es gibt nie nur einen einzigen Trend – aber einer, auf den sich eigentlich alle Experten einigen können, sind Karomuster. 3/4
    Es gibt nie nur einen einzigen Trend – aber einer, auf den sich eigentlich alle Experten einigen können, sind Karomuster. Foto: 
  • Eine der Trendfarben in diesem Herbst wird wieder einmal Grün - von Gras- über Tannengrün bis Khaki, wie in diesem Mantel. 4/4
    Eine der Trendfarben in diesem Herbst wird wieder einmal Grün - von Gras- über Tannengrün bis Khaki, wie in diesem Mantel. Foto: 
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Den ersten Blick wirft man bei neuen Kollektionen eigentlich immer auf die Farben“, sagt der Modeberater Andreas Rose. „Dabei fällt auf, dass in diesem Herbst viel Rot angesagt ist.“ Die Palette reicht von leuch­tenden Nuancen bis zu erdigen Tönen. Zum Dauerbrenner ist Rosa geworden. „Diesen Pastellton sieht man auch in der kalten Jahreszeit noch häufig“, erklärt Rose. Im Kontrast zu dieser mädchenhaften Farbe stehen metallische Töne wie Gold und Silber, „die vor allem schlicht geschnittener Mode ein cooles Extra verleihen“, erläutert die Stilexpertin Inka Müller-Winkelmann.

Wieder zurückgekehrt in das Farbenspiel ist Grün – von  Moos- bis Tannengrün. „Oft werden diese Grüntöne mit Grau kombiniert – das sorgt für einen gedeckten und edlen Look“, erklärt die Shopping-Beraterin Andrea Lakeberg. Daneben werden vermehrt Erdfarben wie Ocker, Beige und Braun in die Läden kommen. Das stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der „neuen Lässigkeit und dem Cocooning-Gedanken, der sich wie ein roter Faden durch die namhaften Kollektionen zieht“, berichtet Rose.

Cocooing steht für den Wunsch, sich zu Hause zurückzuziehen, es sich auf dem Sofa bequem zu machen und einzumummeln – ein typisches Gefühl der grauen und kalten Jahreszeit, aber auch eine ganz grundsätzliche Haltung vieler Menschen in Zeiten, die unruhig und unsicher erscheinen.

„Die Silhouetten werden jetzt allgemein weiter und lässiger“, hat Rose beobachtet. Die Designer setzen auf eine Mode, in die man sich hineinkuscheln kann. „Vor allem bei Oberteilen sieht man jetzt viele Oversize-Looks“, ergänzt Müller-Winkelmann. Etwa lässige Sweat­shirts aus weichen Materialien. „Dieser legere Trend ist auch bei Mänteln zu beobachten. Hier unterstreichen plüschige Materialien die Oversized-Looks.“

Neben Plüsch bringen die Modefirmen jetzt viel groben Strick und Samt in die Läden. Samt schenkt den lässigen und legeren Schnitten einen eleganten Hauch, vor allem in Farben wie Mitternachtsblau oder Weinrot, erklärt Rose.

In klarem Kontrast zu diesen Kuschelstoffen steht ein anderes Material, das in dieser Saison ebenfalls Mode macht: Kunststoff – etwa in Form von schimmerndem Lamé, Lurex oder auch Vinyl. Dieses Material, das man bislang vor allem von Schallplatten kannte, verwenden die Modedesigner nun etwa an weit schwingenden Tellerröcken. Lurex und Metallic dagegen setzen sie oft bei betont puristischen Styles ein – für futuristischen Glamour.

Zugleich sind Materialien wie Lurex oder Vinyl auch Teil einer Retrowelle. Beide Stoffe waren in den 70er Jahren schon einmal angesagt. Da Modedesigner sich derzeit gerne von vergangenen Zeiten inspirieren lassen, liegt dieser Rückgriff nahe.

Müller-Winkelmann macht vor allem zwei Stopps der zeitreisenden Kreativen aus: „Die 70er-Jahre, aus denen auch Fransenbesätze oder der Cord-Trend für Hosenanzüge und weite Hosen stammt. Eine Hommage an die 80er dagegen sind die breiten Schultern der Oversized-Blazer, die jetzt vermehrt getragen werden.“

Die Frage lautet, was in dieser Saison wirklich der große Hit ist. Und gibt es in der Mode eigentlich überhaupt noch so genannte Must-haves für Modefans? Darüber streiten sich die Experten bereits seit geraumer Zeit. Denn eine Fashion­-Diktatur, in der lediglich ein Trend dominiert, der dann aber auch von allen modebewussten Frauen getragen werden sollte, existiert schon länger nicht mehr. Dennoch: Einige Tendenzen ziehen sich so flächendeckend durch die Kollektionen aller Designer, dass sie durchaus als Trend gelten können. „Dazu gehört in dieser Saison mit Sicherheit das Karo“, sagt Lakeberg. „Dieses klassische Muster ist in der kommenden Saison wirklich in jeder Variante angesagt – von großflächigen, bunten Checks über Pepita, Hahnentritt oder Glencheck.“

Zum anderen Muss avanciert der Hosenanzug für Frauen. „Den konnte man auf nahezu jedem Laufsteg sehen – und zwar vor allem im edlen Dandy-Stil“, berichtet Rose. Dazu passt auch eine andere Beobachtung, die Müller-Winkelmann gemacht hat: „Denim wird jetzt oft von Kopf bis Fuß getragen – als Hosenanzug.“ Diese Kombination nennt sich Canadian Tuxedo, kanadischer Smoking.

Zusammengefasst gibt es laut Lakeberg für die aktuelle Mode vor allem einen Begriff: unaufgeregt. Die Kollektionen zeichnen sich durch große Alltagstauglichkeit aus, ohne dabei langweilig zu sein.

Wem das dennoch zu bieder ist, der kombiniert klassische Stücke mit frechen Teilen. Ein Grobstrickpulli zum schmalen Rock wirkt ganz anders, als wenn man ihn zur zerrissenen Jeans und derben Chelsea-Boots oder zur Lederhose trägt. Übrigens: Leder bleibt in der aktuellen Frauenmode ein Thema – vor allem in Schwarz.

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