Vom Selbstversuch vegane Ernährung - Der Appetit wächst tierisch

Halbzeit bei meinem Versuch, während der Fastenzeit ohne tierische Nahrung auszukommen. Kein Fleisch, keine Milch, keine Schokolade und auch keine Eier. Aber Eier gehören doch zu Ostern wie Spekulatius zu Weihnachten.

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Her mit dem Ei: Unser Autor freut sich drauf. Foto: © alapinka/Fotolia.com

In 23 Tagen ist es soweit und ich freue mich darauf, ein schön gefärbtes Ei zu essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ich habe bereits für mich die Entscheidung getroffen, nach meiner Zeit als Experimental-Veganer doch nicht auf Käse, Ei und Milch zu verzichten. Meinetwegen einschränken, aber nicht verzichten. Nicht ganz.

Wobei es mir überhaupt nicht schwer fällt, bei meinem Essen tierische Produkte wegzulassen. Ganz anders meine beiden Töchter. Wenn es nach ihnen ginge, wäre das ganze Jahr über Ostern. Was ja heutzutage kein Problem wäre. Gibt es doch überall und zu jeder Zeit bunt gefärbte Eier. Beim Bäcker, beim Metzger und in jedem Gasthaus stehen kleine Körbchen mit Eiern. Warum also noch bis Ostern warten? Ganz einfach, weil ich mir albern vorkäme, wenn ich im Sommer oder Winter Eier im Garten verstecken würde.

Erstaunlich ist auch die Tatsache, in wie vielen Lebensmitteln Eier stecken. In Kuchen, in Nudeln - überall sind sie zu finden und da beginnen die Probleme für mich als Veganer auf Zeit. Was tun auf einer Geburtstagsfeier, auf der es überwiegend Fleisch, Fisch, Nudel- und Eiersalat gibt, und die Gäste nichts von meinem Vorhaben, vierzig Tage vegan zu fasten, wissen? "Findest du nichts Passendes vom Buffet", fragte meine Schwester erstaunt, als ich mir heimlich beim Wirt eine Portion Spaghetti mit Knoblauch und Öl bestellt hatte.

Dieses Wochenende wurde eine Herausforderung für mich: Kaum war der eine Geburtstag vorüber, stand am nächsten Tag ein weiterer an. Beim Mittagessen im Restaurant hatte ich noch die Wahl zwischen Nudeln mit Gemüse oder Gemüse mit gebratenen Nudeln, ohne Ei. Beim anschließenden Kaffeetrinken musste ich meinen inneren Schweinhund tapfer bekämpfen. Kuchen, Torten, Gebäck, alles mit Ei oder Milchprodukten, also nichts, was ich momentan essen darf.

23 Tage noch - dann ist Ostern. Endlich. Das Fest der Erneuerung, auch für mich. Auf Fleisch und Wurst kann ich gut verzichten und werde es auch, aber auf Milchprodukte und Eier freue ich mich. Schließlich steht ja das Osterei symbolisch für neues Leben, also werde ich mein neues Leben genüsslich mit einem schön gefärbten Hühnerei beginnen.

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Kommentare

15.03.2013 07:23 Uhr

Selbermachen ist das Zauberwort!

Auch Veganer*innen essen Kuchen, Torten und Gebäck, denn das geht auch wunderbar ohne Eier und Milchprodukte - man muss nur wollen und nicht erwarten, dass andere dies für einen erledigen, hier ist Eigeninitiative gefragt.

Veganer auf Zeit hin oder her - das bedeutet doch nicht, dass Sie keine Rezepte ausprobieren und sich mit den veganen Basics des Backens auseinandersetzen können. Sie wären erstaunt, was alles möglich ist! Mein persönlicher Tipp wäre dieser Blog hier: http://veganpassion.blogspot.de/search/label/Torte - speziell das eBook ist großartig!

"Was tun auf einer Geburtstagsfeier, auf der es überwiegend Fleisch, Fisch, Nudel- und Eiersalat gibt, (…)?"
Wie die meisten anderen Menschen mit von der Norm abweichendem Ernährungsverhalten (Allergiker*innen, Nicht-Christ*innen, Vegetarier*innen, Veganer*innen, etc.) auch: Selbst was mitbringen!
Ansonsten gilt, so hart das auch klingt: Selbst schuld! Sie haben alle Möglichkeiten, Sie müssen sie nur nutzen. ;)

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Verzicht zur Fastenzeit: Von Aschermittwoch bis Ostersonntag wollen unsere Autoren vegan essen, also keine tierischen Produkte verzehren. Hier erzählen sie, wie sie damit zurecht kommen: Von der leckersten Sorte Sojamilch, von Ersatzprodukten wie veganen Tintenfischringen und falscher Ente, von den Reaktionen im Freundes- und Kollegenkreis und natürlich von den besten Rezepten.

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