Vierfachmord: Haus der Opfer im Visier

Die Suche nach einem Motiv für den Vierfachmord in den französischen Alpen geht weiter. Gestern rückten Bombenexperten am Haus der Opfer an.

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Auf der Suche nach einem Motiv hinter dem mysteriösen Vierfachmord in den französischen Alpen hat die britische Polizei gestern Bombenexperten eingesetzt. Im Haus der getöteten Eltern in England seien verdächtige Gegenstände gefunden worden, hieß es. Die Gebäude rund um das Einfamilienhaus im Ort Claygate in der Grafschaft Surrey wurden evakuiert. Die Sprengstoffexperten verließen das Grundstück aber nach rund zwei Stunden wieder; die Anwohner konnten in ihre Häuser zurück. Die Polizei der Grafschaft Surrey erklärte, die gefundenen Substanzen seien ungefährlich.

Bei der Bluttat waren vorige Woche in einer abgelegenen Gegend in der Nähe von Chevaline ein Ehepaar und eine Großmutter in einem Auto, sowie ein zufällig vorbeifahrender Radfahrer erschossen worden. Ein sieben und ein vier Jahre altes Mädchen überlebten. Von ihnen erhoffen sich die Ermittler wichtige Hinweise zu den Umständen der rätselhaften Bluttat.

Die Polizei sucht nach dem Motiv für die Morde und hat das Haus der Familie in Claygate bereits seit Samstag im Visier. Unter anderem gibt es Hinweise auf einen Erbstreit. Doch der Bruder des erschossenen Mannes hatte sich bereits gemeldet und gesagt, das sei ausgeschlossen.

Die Polizei teilte mit, von einem Familiendrama über einen missglückten Raubüberfall bis hin zu einer rassistisch motivierten Straftat sei weiterhin alles möglich. Der getötete Vater stammte ursprünglich aus dem Irak und hatte unter anderem für ein Satellitentechnik-Unternehmen in Surrey gearbeitet.

Nach Informationen des französischen Fernsehsenders M6 wurde bei dem Gewaltverbrechen lediglich eine Waffe benutzt. Die vermutlich rund zwei dutzend Schüsse seien aus einer automatischen Pistole mit dem Kaliber 7,65 Millimeter abgefeuert worden, hieß es gestern unter Berufung auf Ermittlerkreise. Alles deute auf eine ältere Waffe hin.

Die ältere Tochter des getöteten Elternpaars, die tagelang im künstlichen Koma lag, steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch immer unter Schmerz- und Beruhigungsmitteln. Sie wird deswegen erst in den nächsten Tagen vernommen werden können. Die schwer verletzte Siebenjährige war von den Ärzten am Sonntag aus einem künstlichen Koma geholt worden. Die Ermittler erhoffen sich von dem Mädchen wertvolle Informationen über die bislang völlig mysteriösen Hintergründe der Tat.

Die vierjährige Schwester überlebte das Verbrechen zwar unverletzt, konnte aber keinerlei Angaben zum Täter machen. Sie ist mittlerweile mit Verwandten und Betreuern nach England zurückgeflogen.

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