Verstümmelung von Haien wird in der EU verboten

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Das Abtrennen von Flossen an lebenden Haifischen wird in der Europäischen Union künftig unterbunden. Eine entsprechende Verordnung hat das Europaparlament gestern in Straßburg verabschiedet. Demnach dürfen Fischer nicht mehr auf hoher See Haifischen die Flossen abschneiden und die verstümmelten Tiere anschließend ins Meer werfen, wo sie verbluten.

In der EU wird das so genannte "finning" vor allem von spanischen und portugiesischen Fischern praktiziert. Sie behalten so nur die Flossen an Bord, die vor allem in Asien eine begehrte und teure Delikatesse sind. Anschließend werfen sie die Tiere ins Meer, um auf ihren Booten Platz zu schaffen. Eigentlich ist diese von Tierschützern seit langem angeprangerte Praxis bereits seit 2003 EU-weit verboten, doch gab es bisher keine Möglichkeit, die Fischer zu kontrollieren.

Die Neuregelung schreibt nun vor, dass die Haifische intakt an Land gebracht werden müssen. Die Verordnung war vom Europaparlament vorab mit dem Rat ausgehandelt worden, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind. Sie tritt mit der Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt in allen Mitgliedsländern in Kraft. Dies werde vermutlich "in einigen Monaten" der Fall sein, sagte eine Parlamentssprecherin.

Damit würden gesetzliche Schlupflöcher geschlossen, die dieser "abscheulichen und verschwenderischen Praxis" nun ein Ende setzten, betonte die Grünen-Politikerin, Rebecca Harms. "Viele Haifischarten sind überfischt, einige sogar in ihrem Bestand gefährdet", betonte die SPD-Abgeordnete Ulrike Rodust. Nach Angaben des spanischen Grünen Raül Romeva i Rueda werden weltweit jährlich mehr als hundert Millionen Haie nur ihrer Flossen wegen getötet.

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