Unfallstatistik: Helfer in den Bergen erhalten mehr Handy-Notrufe

Seit mehr als 60 Jahren sinkt das Risiko, beim Bergsport tödlich zu verunglücken - und befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Seit den 90er Jahren nehmen alpine Notfälle insgesamt jedoch leicht zu. <i>Mit interaktiven Grafiken</i>.

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Immer öfter rufen Wanderer und Bergsteiger in den Bergen die Rettungskräfte per Handy zu Hilfe. Rund 80 Prozent aller Notrufe gingen in den vergangenen zwei Jahren per Mobiltelefon ein, berichteten der Deutsche Alpenverein (DAV) und die Bergwacht Bayern in München. In den Jahren 2002 und 2003 waren es erst 56 Prozent.

Zudem alarmierten die Retter immer öfter frühzeitig per Handy die Rettungskräfte, noch bevor sich tatsächlich ein schwerer Unfall ereigne, sagte Christoph Hummel von der DAV-Sicherheitsforschung. Grundsätzlich sei der Anruf immer richtig, wenn man sich in Not fühle, sagte Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. Bergsportler könnten so rechtzeitig aus einer Notsituation gerettet werden, bevor es zu einem schweren Unfall komme. Binnen zehn Jahren stiegen die Unfallzahlen zur warmen Jahreszeit in den bayerischen Bergen von 1500 auf mehr als 2500. Zum einen seien mehr Menschen in den Bergen unterwegs, sagte Bergwachtsprecher Ampenberger. Zum anderen gebe es immer mehr Berg-Sportarten vom Canyoning und Mountainbiken bis zum Klettersteiggehen. Außerdem sorge der Klimawandel dafür, dass Sommersportarten länger möglich seien.

 
Ein Grund für die Zunahme der Berg-Unfälle ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen in die Berge gehen. Allerdings werden die Retter immer früher und per Handy alarmierten, bevor sich tatsächlich ein schwerer Unfall ereigne.





Menschen alarmierten die Retter immer öfter frühzeitig per Handy, bevor sich tatsächlich ein schwerer Unfall ereigne, sagte Christoph Hummel von der DAV-Sicherheitsforschung. Grundsätzlich sei der Anruf beim Rettungsdienst immer richtig, wenn man sich in Not fühle, sagte Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. Bergsportler könnten so rechtzeitig aus einer Notsituation gerettet werden, bevor es zu einem schweren Unfall komme.


Anzahl der gemeldeten Notfälle und Unfälle - und davon tödlichen Unfälle


 

Allein in Bayern verzeichneten die Bergretter im vergangenen Jahr rund 8150 Einsätze. Nur im Jahr 2013 gab es noch mehr Notfälle. Besonders im Sommer habe die Zahl der Notfälle zugenommen. Binnen zehn Jahren stiegen die Unfallzahlen zur warmen Jahreszeit in den bayerischen Bergen von gut 1500 auf mehr als 2500 an.


Anzahl betroffener und tödlich verunglückter Personen
 

 

Zum einen seien mehr Menschen in den Bergen unterwegs, sagte Bergwachtsprecher Ampenberger. Zum anderen gebe es immer mehr ausdifferenzierte Sportarten vom Wandern über Canyoning und Mountainbiken bis zum Klettersteiggehen. Außerdem sorge der Klimawandel dafür, dass Sommersportarten länger möglich seien.

Wie Unfälle verhindern?

Planung  Eine angemessene Tour auswählen und diese dann vernünftig planen: Wer sich entsprechend vorbereitet, kann Unfälle im Gebirge vermeiden. In die Praxis umgesetzt wird dieser Grundsatz oft aber nicht: „Viele Wanderer muten sich Dinge zu, denen sie nicht gewachsen sind“, erklärt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) in München. „Wenn ich nicht weiß, was ich kann, suche ich mir eine leichte und kurze Tour“ – das kann etwa die Wanderung zu einer Hütte sein. Doch viele Unerfahrene wagen sich an Bergtouren, die sie letztlich überfordern  etwa an der Zugspitze oder am Watzmann.´

Selbsteinschätzung Nebst einer guten Planung und richtige Selbsteinschätzung sind für Wanderer in den Alpen am wichtigsten, sagt Bucher. Den Wetterbericht zu kennen, ist stets Pflicht und jetzt im Herbst besonders wichtig: „Es kann Wintereinbrüche mit Schnee ab 1500 Metern geben.“ Zudem sei es in der Nacht und in der Früh viel kälter als am Tag. Dadurch kann es im Schatten sehr rutschig sein: „Alles ist feucht und nass.“ Schnee bleibt in Schattenlagen schon liegen: „Bei der Planung der Tour muss ich mich darauf einstellen und auch die richtige Kleidung mitnehmen.“ dpa


 
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