Um die Welt gesegelt - Willkommensparty in Hamburg

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Die Seglerin Mareike Guhr am Ende ihrer Weltreise - wieder in Hamburg. Foto: Markus Scholz

Als sie nur noch wenige Hundert Meter von ihrem Heimathafen in Hamburg trennen, werden die Emotionen übermächtig. Zu diesem Zeitpunkt liegen rund 45 000 Seemeilen (83 340 Kilometer) hinter Mareike Guhr (47).

Die Weltumseglerin klettert ein Stück den Mast ihres Katamarans hinauf und winkt mit rudernden Armen dem Begrüßungsschiff zu, einem alten Löschboot namens "Repsold". An Deck wartet auch Vater Michael Guhr (73) auf die Heimkehrerin.

Bei der Einfahrt in den Hafen sieht Mareike Guhr zum ersten Mal die Elbphilharmonie. Am Kai haben Freunde ein Fest vorbereitet. Zwischen Pavillonzelten mit Fischbrötchen und Bier spannen sich Leinen mit den Flaggen Hunderter Länder. Etliche davon hat Guhr in den vergangenen Jahren selbst bereist. Aus den Kleinkindern von Freunden sind in der Zwischenzeit Schulkinder geworden, aus Schulkindern junge Erwachsene. "Ich habe alle erkannt", sagt Guhr nach etlichen Umarmungen auf dem Anleger des Sandtorhafens. "Aber bei einigen musste ich kurz überlegen."

Überwältigende Momente habe es auf der Reise viele gegeben. Zu den schönsten habe die Ankunft am Pazifik gehört. "Die Schleusentore öffnen sich - und ich fahre in den Pazifik. Das ist schon ein großes Gefühl, weil ich da immer hinwollte", sagt die 47-Jährige. Daneben habe sie die Abgelegenheit der Marquesas beeindruckt, einer französisch-polynesischen Inselgruppe. Oder das ursprüngliche Leben von Fischern auf den Fidschi-Inseln: "Am Abend haben sie nur das zur Verfügung, was sie sich am Tag erarbeiten."

Erschreckend sei der Anblick eines zerschellenden Schiffes im Fakarava-Atoll im Pazifik gewesen. "Zum Glück war zu dem Zeitpunkt niemand an Bord. Das Schiff hatte sich im Sturm losgerissen."

Auf Guhrs Schiff war jedoch zu jeder Zeit Verlass. "Es ist eine Spezialanfertigung aus Aluminium - unsinkbar und feuerfest", erklärt Guhrs Sprecherin Nadja Arp. Der Besitzer habe das Schiff zur Verfügung gestellt, unter der Bedingung, dass die 47-Jährige auf der Reise auch Chartergäste mit an Bord nehme. So kam es, dass Guhr auf Etappen ihrer Reise von insgesamt 140 Menschen begleitet wurde. Aus vielen der Begegnungen seien Freundschaften entstanden, sagt sie.

Die Familie sei nicht verwundert gewesen, als sie zum ersten Mal von ihrem Plan erzählte. "Die kannten mich ja", sagt Guhr und lacht. Vater Michael, der seine Tochter von Brasilien bis in die Karibik begleitete, bestätigt das. "Wir sind schon in den 1970er Jahren mit der Familie segeln gefahren - mit einem alten Holzboot. Das war natürlich nicht vergleichbar", erzählt er. "Wir wussten, dass sie sehr auf die Sicherheit achtet, ihre Routen mit Bedacht plant und sich nach dem Wetter richtet."

Das Gesicht seiner Tochter ist braun gebrannt, in einer Tönung, die nur entwickelt, wer sich pausenlos in der Natur aufhält. In Hamburg wartet nun das ganz normale Leben auf Guhr: mit festem Boden und einem festen Wohnsitz. "Ich bin komplett überwältigt von dem Empfang hier. Aber ich bin auch ein kleines bisschen unsicher, ob ich mich in diese Gesellschaft überhaupt wieder einfügen kann", sagt sie. "Die nächste Reise ist sicher schon im Hinterkopf. Aber jetzt will ich erstmal ankommen." Und ihre Erlebnisse in einem Buch veröffentlichen.

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