Touristen verprügelt: Hooligans verurteilt

In Köln sind vier russische Hooligans verurteilt worden. Sie hatten bei einem Zwischenstopp auf dem Rückweg von der Fußball-EM Touristen brutal verprügelt.

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Sie zogen durch die Kölner Altstadt auf der Suche nach Opfern – und stießen auf drei spanische Touristen: Russische Hooligans schlugen brutal zu, traten einem Mann ins Gesicht, als er schon am Boden lag. Am Freitag standen sie wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor dem Kölner Amtsgericht. Das Urteil: Vier Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen. Das Verfahren gegen einen Fünften, der die Vorwürfe bestritt, folgt später.

Es war ein kurzer Prozess, ohne Zeugen und mit Geständnissen. Ja, sie räumten die Vorwürfe ein, ließen vier Angeklagte kurz und knapp über ihre Verteidiger erklären. Einige fügten hinzu, dass sie die Tat bedauerten. Laut Anklageschrift waren die Männer am 16. Juni auf dem Rückweg von der Fußball-EM in Frankreich zurück nach Moskau und wollten sich bis zu ihrem Weiterflug ab Köln die Zeit vertreiben. Betrunken seien sie „pöbelnd und aggressiv, auf der Suche nach körperlichen Auseinandersetzungen mit Passanten“ durch die Kölner Altstadt gezogen.

Nahe dem Dom trafen sie auf die Spanier – zwei Männer und eine Frau –, die gerade Aufkleber mit antifaschistischen Aufdrucken auf eine Metalltür klebten. Die beiden Männer wurden zusammengeschlagen, die Frau blieb unbehelligt.

Die Angeklagten sind stämmige Männer im Alter zwischen 26 und 30 Jahren, überwiegend Familienväter, alle mit ehrbaren Berufen: Koch, Wirtschaftsprüfer, Mathelehrer und Manager. Durch die sechswöchige Untersuchungshaft seien sie in Existenznöte geraten, monierten einzelne Verteidiger, die auf milde Bewährungsstrafen plädierten.

Nun dürfen die vier Verurteilten - einer erhielt ein Jahr, drei Angeklagte bekamen zehn Monate auf Bewährung – in ihre Heimat zurück, die Haftbefehle wurden aufgehoben.

Der Staatsanwalt hatte für alle Angeklagten Bewährungsstrafen von über einem Jahr gefordert, es handle sich um eine Auseinandersetzung zwischen Rechtsradikalen und linksmotivierten Opfern. Diese Meinung teilte der Richter nicht.

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