Tod im Jobcenter: Messerstecher vor Gericht

Mit einem Fleischermesser ersticht ein Arbeitsloser im Jobcenter Neuss seine Sachbearbeiterin. Ein halbes Jahr nach der Tat steht er jetzt vor Gericht.

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In Saal E.122 werden Fotos der blutgetränkten Kleidung des Opfers Irene N. an die Wand projiziert. Der grausame Tod der Sachbearbeiterin vor einem halben Jahr im Jobcenter im rheinischen Neuss hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Seit gestern steht ein 52-jähriger Landwirt wegen Mordes vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Die Arbeitsagentur habe mit seinen persönlichen Daten illegalen Handel treiben und Millionen verdienen wollen, hat der 52-Jährige bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Er habe einen Beitrag dazu im Fernsehen gesehen und sich an die Datenschutzerklärung erinnert, die er im Jobcenter unterschrieben habe. Da sei die Wut in ihm hochgekommen. Die Datenschutzerklärung habe ihr marokkanischer Mandant schlicht nicht verstanden, er spreche kaum Deutsch, sagen seine Verteidiger. Die Erklärung regelt die Weitergabe von Daten an potenzielle Arbeitgeber.

Ahmed S. hat im Polizeiverhör gestanden, der Messerstecher zu sein, aber bestritten, dass er die Frau habe töten wollen. Doch das Fleischermesser traf die junge Mutter mit voller Wucht. Blutbespritzt verlässt ein schmächtiger Mann mit Schnauzbart danach die Arbeitsagentur, das Messer noch in der Hand. 100 Meter weiter wird er von Polizisten zu Boden geworfen.

Ein Sachverständiger hat dem Angeklagten eine deutlich verminderte Intelligenz mit einem IQ von 75 attestiert. Als geistige Behinderung gelten aber erst Werte unter 70. Hinweise auf eine verminderte Schuldfähigkeit hatten dennoch weder der psychologische, noch der psychiatrische Gutachter festgestellt. Ahmed S. ist Vater von fünf Kindern. Ihm drohen lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, damit gut 20 Jahre Gefängnis. Er bereue die Tat, sagen die Verteidiger.

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