Till Brönners Konzept für das „House of Jazz“

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Till Brönner 2013 Unter den Linden in Berlin. Foto: Michael Hanschke

Startrompeter Till Brönner (46) hält an dem geplanten „House of Jazz“ in Berlin fest. Die Initiatoren der Idee um Brönner und Vertreter der deutschen Jazz-Szene sprechen sich in einem Konzeptpapier dafür aus, in der Alten Münze in Berlin-Mitte eine „Institution mit Leuchtturmcharakter“ für den Jazz zu schaffen. Das sei die Chance, ein internationales Zeichen zu setzen.

In dem der dpa vorliegenden Papier heißt es: „Ein solches "House of Jazz" würde nicht nur offenes Konzerthaus, Bühne, Forum und Club sein, sondern gleichzeitig auch Produktionsstätte, Bildungseinrichtung und Werkstatt.“ Damit könne das Haus seinen Platz unter den führenden Jazz-Zentren der Welt finden.

Das Papier ist für die weitere Beratung im Haushaltsausschuss gedacht. Dieser hatte Ende vergangenen Jahres überraschend 12,5 Millionen Euro für das Brönner-Projekt bewilligt.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) kündigte allerdings an, sich für eine Umwidmung der Mittel einzusetzen. Das Land brauche ein „Haus der Basiskultur“. Auf dem Areal arbeiten auch jetzt schon verschiedene Künstler und Initiativen, die Lederer zufolge in die Planung mit einbezogen werden sollen.

In dem Papier heißt es nun, die Jazz-Szene wolle mit dem Bund und dem Land Berlin ein tragfähiges Nutzungskonzept erarbeiten. Auf dem Gelände der Alten Münze biete sich besonders das bisher für Ausstellungen und Events genutzte Haus vier an. Hier könne ein „besonderer, für Künstlerinnen und Künstler und für das Publikum gleichermaßen attraktiver Ort“ entstehen.

Das „House of Jazz“ braucht dem Konzept zufolge eine Fläche von 3500 bis 4000 Quadratmetern. Vorgesehen ist ein großer Saal mit rund 400 Sitzplätzen und ein kleinerer mit 150 bis 180 Plätzen, zudem Proben-, Seminar-, Unterrichts- und Gasträume sowie ein Tonstudio. Für den Betrieb seien etwa 15 Stellen und ein gesichertes Budget nötig.

Einen anderen Standort als Berlin halten die Autoren für ausgeschlossen. „Wie New York ist auch Berlin einer der wichtigsten Sammelpunkte für forschende und visionäre Jazzmusikerinnen und -musiker aus aller Welt“, heißt es. „In einer zentralen Spielstätte soll diese Vernetzung institutionalisiert und mit Hilfe von Austauschprogrammen mit anderen Spielstätten und Institutionen vor allem in Europa vorangetrieben werden.“

Die Alte Münze, nur 200 Meter vom Roten Rathaus entfernt, war 70 Jahre lang die Prägeanstalt für Reichsmark, DDR-Mark, D-Mark und Euro. Die Industrieanlage wird derzeit auch als Eventlocation vermietet. Sie ist dringend sanierungsbedürftig.

Zahlreiche Links zur Debatte von der IG Jazz Berlin

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