Theresia

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    Der General mit Gattin: Theresia Roßmanith hat acht Familienumzüge mitgemacht. Die Gelegenheiten, zu denen sie ihren Mann in privatem Rahmen trifft, sind – noch – selten. Foto: 
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  • Der General und sein Ulmer „Kommando Operative Führung“: Richard Roßmanith bei einer Sportlerehrung (oben), beim Betriebs­ausflug des Stabes (rechts) und beim  Familienfest (unten). 3/5
    Der General und sein Ulmer „Kommando Operative Führung“: Richard Roßmanith bei einer Sportlerehrung (oben), beim Betriebs­ausflug des Stabes (rechts) und beim Familienfest (unten). Foto: 
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Ich bin eine selbstständige Frau“, sagt Theresia Roßmanith. Das musste die heute 62-Jährige als Ehefrau eines Berufsoffiziers, der bis zum Generalleutnant aufstieg, auch sein. Sie stammt aus Kissing, fünf Kilometer südlich von Augsburg. Das hört man noch ein klein wenig, auch wenn sie schon lange in der Stadt Lemgo in Nordrhein-Westfalen lebt. Ein bis zwei Mal im Monat fährt sie an Wochenenden nach Ulm, um ein paar Tage mit ihrem Mann zu verbringen. Mit dem Drei-Sterne-General Richard Roßmanith, Befehlshaber des in Ulm stationierten Bundeswehrkommandos.

Acht Mal ist die damals noch junge Familie Roßmanith gemeinsam umgezogen. Offiziere wechseln im Schnitt alle zwei Jahre ihren Standort, um möglichst viel von der Truppe kennenzulernen. Die beiden damals noch kleinen Mädchen Martina und Johanna waren bei den Wohnortwechseln immer dabei. „Die sind damit bestens zurecht gekommen“, sagt Theresia Roßmanith. Sie gingen mit nach Brüssel, als der Papa 1987 Dezernent für militärpolitische Fragen beim Deutschen Militärischen Vertreter der Nato wurde. Die Töchter sind heute 34 und 30 Jahre alt, die Ältere hat selbst zwei Kinder und arbeitet als Juristin, Johanna ist Biologin.

Im Jahre 1991, als Richard Roßmanith als Bereichsleiter ins Nato-Hauptquartier BALTAP ins dänische Karup versetzt wurde, mussten die beiden Mädchen erneut mit einer fremden Sprache zurechtkommen. Sie erhielten Unterstützung, aber drei Monate sagte die kleine Johanna keinen Ton auf Dänisch. „Sie saugte alles in sich auf. Auf einmal legte sie los und unterhielt sich mit ihren Freundinnen auf Dänisch“, erzählt Theresia Roßmanith.

Ganz so unproblematisch ging es nicht immer über die Bühne, sagt Richard Roßmanith. Umso mehr freut er sich darauf, bald mehr Zeit zu haben. Für seine Frau, die Töchter und Enkel.

Nach den vielen Umzügen ließ sich die Familie in Lemgo nieder, der Papa war Wochenendpendler, wie so viele Soldaten. „Und ich fahre meinem Mann hinterher“, sagt Theresia Roßmanith. Sie hat ursprünglich in Bayern als Lehrerin gearbeitet. Sie ließ sich für zwölf Jahre vom Unterricht befreien, die maximal mögliche Dauer, um mit ihrem Mann und den Kindern unterwegs sein zu können. Als die Auszeit zu Ende ging, fragte sie bei der bayerischen Kultusbürokratie an, wo sie eine Lehrerinnenstelle erhalten könnte. Die Antwort: Das könne man nicht sagen, man werde ihr eine zuweisen, oder sie müsse aus dem Staatsdienst ausscheiden. Ein Austausch mit Nordrhein-Westfalen war nicht erreichbar. Deshalb verzichtete Theresia Roßmanith auf ihren Beamtenstatus und blieb in Lemgo.

Sie kann damit gut leben, dass ihr Mann im Mittelpunkt steht, sagt die selbstbewusste Dame. Wie vor einigen Wochen beim Besuch in der Ulmer Synagoge. Dort tanzten die Männer ausgelassen im Kreis, Roßmanith in Generalsuniform, mit Kipa auf dem Kopf, neben ihm Staatssekretär Martin Jäger aus dem baden-württembergischen Innenministerium und Ulms Polizeipräsident Christian Nill. Die Frauen feierten ein Stockwerk höher. Theresia Roßmanith betrachtete das tolle Treiben der Männer von den Zuschauerreihen aus. So war es ja lange Zeit auch in der Bundeswehr gewesen: kein Zutritt für Frauen, außer bei gesellschaftlichen Anlässen als Begleitung. Heute haben Frauen in der Truppe einen Anteil von rund 20 Prozent.

Theresia Roßmanith begleitet ihren Mann bei vielen Veranstaltungen. Sobald der General in politische Debatten einsteigt, hält sie sich zurück. „Ich bin interessiert, aber kein Profi.“

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