Studie: Großzügige leben glücklicher

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Warm glow“, frei mit „wohliges Gefühl“ übersetzt, nennen Psychologen das Gefühl, das einen überkommt, wenn man gut zu jemandem anderen ist. Es macht glücklich, der Spruch „Geben ist seliger denn Nehmen“ wird von Gehirnaktivitäten gestützt, haben Schweizer, deutsche und US-amerikanische Forscher herausgefunden.

Großzügigkeit erscheint in einer Welt, die auf Konkurrenz und Gewinnsteigerung ausgerichtet ist, seltener zu werden. Anstatt zu geben, verwöhnen sich Menschen selbst: ein neues Kleid, eine Urlaubsreise, Schuhe, Smartphone.

Ein Fehler, haben Philippe Tobler und Ernst Fehr vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich in einer Studie entdeckt, über die sie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ berichten. Glücklich macht ein ganz anderes Verhalten. Ein „warm glow“, ein wohliges Gefühl, entsteht dann, wenn man seinen Mitmenschen etwas gibt und sich um sie kümmert.

Was passiert im Gehirn, wenn man sich großzügig zeigt, war die Frage, die Tobler und Fehr sich gestellt haben. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität von Lübeck und der Northwestern University in Chicago untersuchten sie die neuronale Ebene des Gebens.

Das Ergebnis: Wer Geld für andere verwenden konnte, fühlte sich danach glücklicher. Die Aktivität in der tempo-parietal-Region an der Großhirnrinde nahm zu; der Bereich verarbeitet die Großzügigkeit. Gleichzeitig wurde die Wechselwirkung mit dem Zentrum für Glücksempfinden, dem ventralen Striatum, aktiviert.

Sogar die Absicht, großzügig zu sein, macht glücklich. Sie aktivierte den altruistischen Bereich im Gehirn und verstärkte die Interaktion zwischen diesem und dem Bereich, der für Glücksgefühle verantwortlich ist.

Das Wohlbefinden hängt nicht von Größe der Großzügigkeit ab. Der Neuroökonom Tobler: „Ein bisschen großzügiger zu werden, reicht bereits aus.“

Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT)-Aufnahmen haben die Forscher die Gehirnaktivität von 50 Probanden während mehrerer Experimente untersucht. Sie richteten zwei Gruppen ein.

Alle Versuchspersonen erhielten vier Wochen lang jede Woche einen kleinen Geldbetrag. Die eine Hälfte der Gruppe durfte das Geld für sich selbst verwenden, die andere Hälfte sollte sich überlegen, wie sie das Geld für andere aufwenden könnte. ce

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