Studie: Deutsche Zoos verstoßen gegen Tierschutz

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Mit zweifelhaften Tiershows und mangelnder Fürsorge verstoßen laut einer Studie mehrere Zoos in Deutschland gegen den Tierschutz. Tierschutz-Organisationen haben 25 Tierparks in Deutschland untersucht. Gestern stellten sie die Studie in Brüssel vor. Im europäischen Vergleich stünden deutsche Tierparks besonders schlecht da, erklärten die Autoren.

An der Untersuchung ist der deutsche Verein Animal Public beteiligt, die Federführung bei Tests in insgesamt 20 EU-Ländern hat die britische Born Free Foundation. Die Prüfer untersuchten den Organisationen zufolge, ob die Tierparks die europäischen Vorgaben zur Haltung von Wildtieren in Zoos einhalten. Sie sehen unter anderem artgerechte Unterbringung und Information der Öffentlichkeit über die Tiere vor.

"Wir haben erwartet, dass Deutschland eines der Länder ist, das die Vorgaben am besten einhält", sagte Daniel Turner von der Born Free Foundation. "Wir haben herausgefunden, dass es eines der schlechtesten war." Deshalb hätten die Tierschützer einen eigenen Bericht zu Deutschland erstellt. Im Vorjahr hatten sie bereits eine Übersicht zu Tierparks in 20 EU-Ländern veröffentlicht.

Die Daten zu Deutschland seien aus dem Jahr 2010, die Auswertung habe Zeit in Anspruch genommen, erklärte Turner. Für den Zootest seien Biologen, Zoologen und Tierärzte im Einsatz gewesen. In einem Zoo mussten Schimpansen in Menschenkleidung Dreirad fahren. Ein Tierpark bot gegen Bezahlung an, angeleinte Geparden zu streicheln. Der Kontakt mit Besuchern habe in einigen Zoos dazu geführt, dass die Tiere um Futter bettelten.

Die Tierschutz-Organisationen bemängelten, dass die Wildtiere in einigen Zoos zu Unterhaltungszwecken missbraucht würden. Vorführungen mit "zirkusähnlichen Tricks" tragen laut der Studie nicht zum Bildungsauftrag bei. Info Ausführlicher Bericht der Zoo-Untersuchung im Internet unter

dpaq.de/yBZHZ

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Kommentare

06.06.2013 15:38 Uhr

Von Tierrechtler für Tierrechtler

Die "Studie" wurde von Tierrechtler geschrieben, die die Zoos eigentlich abschaffen wollen. Diese "Studie" ist ein Schritt in diese Richtung. Da werden Zoos und Tierparks für wenige Stunden besucht und man behauptet einen Gesamteindruck zu bekommen. Alleine die "zufällige" Auswahl der 25 besuchten Zoos ist schon lächerlich. 24 liegen im Norden und nur ein Park im Süden Deutschlands. Zufall? Repräsentativ ?

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