Streik lähmt Griechenlands Fährverkehr

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Seit gestern sechs Uhr früh geht nichts mehr in den griechischen Häfen: Die Fährschiffe, die Piräus und andere Städte auf dem Festland mit den vielen hundert Inseln verbinden, liegen fest vertäut an den Kais. Ein Streik der Seeleute lähmt den Fährverkehr.

Ratlose Touristen saßen gestern im Hafen von Piräus wartend auf ihren Koffern in der vagen Hoffnung, dass ihr Schiff vielleicht doch noch auslaufen würde, was sich allerdings nicht erfüllte. Hunderte Lastwagen mit Gütern, die für die Inseln bestimmt waren, stauten sich an den Anlegern.

Aufgerufen hat zu dem Ausstand die straff organisierte und von der stalinistischen Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) kontrollierte Matrosengewerkschaft PNO. Mit dem Arbeitskampf protestiert die Gewerkschaft gegen Rentenkürzungen, die im Rahmen des griechischen Sparprogramms vorgenommen werden. Der Streik ist zunächst bis Mittwochfrüh befristet. Am heutigen Dienstag will die Gewerkschaft über das weitere Vorgehen entscheiden. Eine Verlängerung des Ausstandes um mindestens weitere 48 Stunden ist wahrscheinlich.

Der Ausstand trifft neben den Touristen vor allem die Landwirte auf den Inseln, die ihre Produkte jetzt nicht mehr aufs Festland bringen können. Vor allem auf der Insel Kreta drohen tausende Tonnen Gemüse und Obst zu verfaulen. Die Bauern auf Kreta drohen bereits damit, Schiffe zu besetzen und die Besatzungen zum Auslaufen zu zwingen. Sollte der Streik länger dauern, könnte es auch auf den Inseln zu Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln, Treibstoff und Arzneimitteln kommen, die vom Festland angeliefert werden müssen. Auch die Reedereien trifft der Ausstand hart. Sie sind wegen der Rezession und steigender Treibstoffpreise ohnehin in einer prekären finanziellen Situation. Viele Seeleute wollen deshalb trotz des Streikaufrufs arbeiten, um die Existenz der Schifffahrtsunternehmen nicht aufs Spiel zu setzen. Sie wurden jedoch von Streikposten der Gewerkschaften daran gehindert, die Fähren zu beladen.

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