Russische Polarstation wird evakuiert

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Zur dringenden Rettung von 16 Forschern auf einer zerbrechenden Eisscholle im Nordpolarmeer ist ein atomgetriebener Eisbrecher aus der russischen Hafenstadt Murmansk ausgelaufen. Die "Jamal" werde die Forschungsstation SP-40 vor der kanadischen Küste in zwölf Tagen erreichen, sagte Jekaterina Ananjewa von der Gesellschaft Atomflot. Das 75 000- PS-Schiff nimmt auch die komplette Ausrüstung des Camps in der Beaufortsee an Bord. Die Evakuierung soll etwa einen Monat dauern.

"Die Risse nehmen dramatisch zu", hatte Expeditionsleiter Wladimir Sokolow gesagt. Die Wissenschaftler untersuchen seit Oktober 2012 die Veränderungen im Polargebiet. Ursprünglich sollten die Forscher des Arktis- und Antarktis-Instituts in St. Petersburg noch einige Monate in der Region 1600 Kilometer vor Kanada bleiben. Weil der Klimawandel jedoch die zwei bis vier Meter dicke Scholle reißen lässt, muss Russland die Station ungeplant räumen. Ein Bruch der Scholle würde das Personal in Lebensgefahr bringen. Zudem könnten Schmieröle und Abfall aus der Station den Landstrich verseuchen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte mehrfach auf das Risiko dieser Drifteisstationen aufmerksam gemacht. Zwar sei die Erforschung der Arktis wichtig, ein Camp mit Baracken, Treibstoff und Geräten stelle aber eine Belastung für die unberührte Natur dar.

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