Rucksackreisende müssen künftig Steuern zahlen

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Luftaufnahme des Great Barrier Riffs.  Foto: 

Farmer und Reisende atmeten gleichermaßen auf, als die australische Regierung jetzt einen Kompromissvorschlag auf den Tisch legte: Reisende mit dem Working-Holiday-Visum sollen künftig mit 15 Prozent besteuert werden. Der Steuersatz gilt vom ersten verdienten Dollar an. Sie begrüße die Entscheidung, twitterte beispielsweise die Vorsitzende einer der Bauernverbände, Fiona Simson.

Monatelang war über eine Steuer für die Rucksackreisenden gestritten worden, die Arbeit und Reisen in Australien verbinden dürfen. Bisher sind bis zu 18.200 australische Dollar (12.800 Euro) Einkommen keine Steuern fällig. Erst darüber wird mit 19 Prozent besteuert, doch nur wenige Reisende verdienen ohnehin mehr.

Den Großteil des Verdienten geben die jungen Leute während ihrer Reisen im Land wieder aus. Das Geld fließt also zurück in die australische Wirtschaft.

Im vergangenen Jahr war zunächst vorgeschlagen worden, die Reisenden ab dem ersten Dollar mit 32,5 Prozent zu besteuern. Doch das erregte teils emotionale Diskussionen im Land, sodass der Prozentsatz immer weiter nach unten korrigiert wurde – bis auf jetzt 15 Prozent.

„Wir hatten eine Menge französischer Reisender im vergangenen Jahr, die über den Plan verärgert waren“, sagte Joanne Johnson, die ein Vermittlungsbüro für Kurzzeitarbeitsplätze in Australien betreibt, dem „Guardian“. Sie hätten ihren Freunden gesagt, doch lieber nach Neuseeland zu gehen.

Auch die Farmer äußern Unmut über die geplante Steuer. Denn sie sind auf ihre Backpackers angewiesen. Ohne sie wäre die Ernte von Mangos, Kirschen, Orangen oder Äpfeln schier unmöglich. Laut der National Farmers’ Federation (NFF) sind ein Viertel aller Landarbeiter Rucksackreisende.

Jedes Jahr kommen 150.000 Backpackers nach Australien, die meisten aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Das Working-Holiday-Visum erlaubt 18- bis 30-Jährigen, für ein Jahr in Australien zu leben und zu arbeiten.

Zuletzt sind Stimmen aufgekommen, die davon sprachen, dass die jungen Reisenden ausgenutzt und nicht immer gut behandelt würden. Aber es kommt wohl auf die Art der Arbeit an: Kirschen zu pflücken kann 250 Dollar am Tag einbringen, Äpfel, Orangen und Birnen um die 60 Dollar.

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