Rendezvous mit Jupiter: Nasa-Sonde kommt Gasriesen so nah wie nie

Der Jupiter ist elfmal so groß wie die Erde. Vor fünf Jahren ist eine Nasa-Sonde zu dem Gasriesen gestartet – jetzt kommt es zum Rendezvous.

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Die Grafik zeigt den Weg der Sonde.  Foto: 

Das Ziel verbirgt sich hinter Wolken aus buntem Gas: Jupiter. 2800 Millionen Kilometer hat die Raumsonde „Juno“ seit ihrem Start 2011 in Cape Canaveral zurückgelegt. Heute soll sie endlich den größten Planeten unseres Sonnensystems erreichen und dort in eine Umlaufbahn schwenken. Bis auf 4667 Kilometer solle sich „Juno“ den Gaswolken des Jupiters nähern, teilte die Nasa mit – so nah wie kein anderes Raumfahrzeug zuvor.

Unter Hochspannung wird das „Juno“-Team im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena auf das erlösende Signal warten: einen drei Sekunden langen Ton. Nasa-Manager Rick Nybakken: „Das heißt dann, wir sind in der Umlaufbahn um Jupiter, und das wird richtig cool.“ Wenn etwas schiefgeht, können die Experten nichts mehr ändern. Frische Fotos wird es auch beim Erfolg nicht sofort geben, denn die Kamera und alle Instrumente an Bord von „Juno“ bleiben ein paar Tage lang ausgeschaltet.

Fünf Jahre nach dem Start sei die Sonde bereit, die „Geheimnisse im Inneren des Planeten zu lüften“, sagte Nasa-Missionschefin Diane Brown. Bis Februar 2018 soll „Juno“ den Jupiter umkreisen, insgesamt 37 Mal, und ihn mit Instrumenten untersuchen. Danach soll die Sonde zum Absturz gebracht werden.

Von der eine Milliarde Euro teuren Mission erhofft man sich Erkenntnisse über die Entstehung des Gasriesen und des Sonnensystems. Klar ist, dass Jupiter mit einem Durchmesser von 143 000 Kilometern der größte Planet des Systems ist. Er hat auch am meisten Masse, mehr als doppelt so viel wie alle anderen sieben Planeten zusammen.

Und er ist der erste Planet, der sich nach der Entstehung der Sonne formte, das heißt, er schluckte den größten verbliebenen Teil an Staub und Gasen im frühen Sonnensystem. Aber wie genau ist Jupiter entstanden, wie ist er aufgebaut? Hat er einen festen Kern? Wie viel Wasser oder Sauerstoff enthält er? Wie sehen seine Pole aus? Und wie funktioniert das Magnetfeld des Gasriesen?

Einfach wird die Forschung am Jupiter nicht, fürchtet Nasa-Forscher Scott Bolton. Die Strahlung ist extrem, unter seinen Wolken befindet sich ein starkes Magnetfeld mit Wasserstoff unter Hochdruck. Während der Zeit am Jupiter wird die Sonde so viel Strahlung ausgesetzt sein, wie 100 Millionen Röntgenbilder beim Zahnarzt verursachen. „Juno“ hat deshalb eine Titan-Hülle, er sei quasi ein „bewaffneter Panzer“, so Bolton.

Die Sonde kommt Jupiter zwar so nah wie kein Raumfahrzeug zuvor, aber der Riese hatte schon öfter Besuch. So sammelten „Pioneer 10“ 1973 und zwei „Voyager“-Sonden 1979 im Vorbeiflug Daten. Die Sonde „Galileo“ flog um Jupiter herum, stürzte 2003 wie geplant in die Atmosphäre und verglühte. In den acht Jahren am Jupiter begeisterte „Galileo“ Wissenschaftler mit Fotos des Planeten und seiner Monde. Unter anderem entdeckte die Sonde, dass sich unter der eisigen Kruste des Mondes Europa ein Ozean verbirgt.

„Juno“ soll sich nun ganz auf Jupiter selbst konzentrieren. Dafür hat die Sonde drei Glücksbringer dabei: den römischen Gott Jupiter, seine Frau Juno und den Astronomen Galileo Galilei, der die Jupiter-Monde entdeckte – als Lego-Figuren.

„König aller Planeten“

Riesig Jupiter ist der bei weitem größte Planet unseres Sonnensystems und nach Sonne, Mond und Venus das hellste Objekt am Himmel. Im Vergleich zu diesem „König aller Planeten“ wirkt die Erde wie ein Winzling: Jupiter hat mit fast 143 000 Kilometern einen elfmal so großen Durchmesser wie unser Heimatplanet. Für einen Umlauf um die Sonne braucht der Gasriese fast zwölf Jahre, für eine Drehung um die eigene Achse aber weniger als zehn Stunden.

Die Atmosphäre des nach dem römischen Göttervater benannten Planeten besteht vor allem aus Wasserstoff und Helium. Durch das Teleskop betrachtet bietet Jupiter einen fantastischen Anblick: Er ist von dunklen Streifen überzogen, die parallel zum Äquator verlaufen.

Jupiter hat Dutzende von Monden. Die von Galileo Galilei 1610 entdeckten ersten vier Monde wurden nach den Geliebten des griechischen Gottes Zeus benannt: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. dpa

„König aller Planeten“

Riesig Jupiter ist der bei weitem größte Planet unseres Sonnensystems und nach Sonne, Mond und Venus das hellste Objekt am Himmel. Im Vergleich zu diesem „König aller Planeten“ wirkt die Erde wie ein Winzling: Jupiter hat mit fast 143 000 Kilometern einen elfmal so großen Durchmesser wie unser Heimatplanet. Für einen Umlauf um die Sonne braucht der Gasriese fast zwölf Jahre, für eine Drehung um die eigene Achse aber weniger als zehn Stunden.

Die Atmosphäre des nach dem römischen Göttervater benannten Planeten besteht vor allem aus Wasserstoff und Helium. Durch das Teleskop betrachtet bietet Jupiter einen fantastischen Anblick: Er ist von dunklen Streifen überzogen, die parallel zum Äquator verlaufen.

Jupiter hat Dutzende von Monden. Die von Galileo Galilei 1610 entdeckten ersten vier Monde wurden nach den Geliebten des griechischen Gottes Zeus benannt: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. dpa

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