Raucherprozess geht in die vierte Runde

Der Rechtsstreit um Raucher Friedhelm Adolfs ist in der vierten Runde und die Vermieterin in der Pflicht. Dem Gericht fehlen Beweise.

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Friedhelm Adolfs nach der Urteilsverkündung des BGH im Februar.  Foto: 

Im spektakulären Mietstreit um Raucher Friedhelm Adolfs (76) hält das Düsseldorfer Landgericht wesentliche Behauptungen der Vermieterin für unbewiesen. Das Gericht gab der Vermieterin und ihren Anwältinnen gestern fünf Wochen Zeit, um nachzuliefern. Sie müssen nun darlegen, dass der Zigarettenqualm des Mieters vor drei Jahren in erheblichem Umfang in das Treppenhaus gezogen war und sogar die Gesundheit der übrigen Hausbewohner gefährdet hat. Eine kurzzeitige Geruchsbelästigung im Treppenhaus reiche für eine Kündigung nicht aus. Bemühungen der Justiz, den Fall mit einer gütlichen Einigung zu beenden, scheiterten erneut.

Das Rauchen in der Wohnung sei genauso erlaubt wie das Öffnen der Wohnungstür, sagte Richter Rolf Maurer. Außerdem sei es Sache der Vermieterin, die Wohnungstür abzudichten. Das Gericht hatte vergeblich versucht, Mieter und Vermieterin an einen Tisch zu bekommen. Beide blieben aus gesundheitlichen Gründen fern. Adolfs hatte vor wenigen Tagen einen Schlaganfall erlitten und befindet sich weiter im Krankenhaus.

Der Fall muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs neu aufgerollt werden. Dem inzwischen 76-jährigen Rentner war nach 40 Jahren in seiner Düsseldorfer Wohnung die fristlose Kündigung der Vermieterin ins Haus geflattert. Er soll seine Nachbarn mit Zigarettenrauch unzumutbar belästigt haben. In der ersten und zweiten Instanz hatte er verloren: Amts- und Landgericht bestätigten die Kündigung. Erst der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf.

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